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BUND Naturschutz stellt fest: Gärten in Waldkraiburg wenig naturnah

Nur 11% der Waldkraiburger Gärten sind naturnah. 32% sind sogar extrem naturfern und bieten den heimischen Tieren und Pflanzen kaum Lebensraum. Dies fand der BUND Naturschutz im Rahmen mehrerer Begehungen durch Waldkraiburger Stadtteile mit vielen Gärten fest.

12.10.2021

Einbezogen wurden insgesamt 646 vom Gehweg aus einsehbare Privatgärten, wobei Vorgärten und sehr kleine Gärten nicht berücksichtigt wurden. Nach Augenschein wurden die Gärten eingeteilt in die folgenden Stufen:

1) extrem naturfern: Schottergarten, Zierrasen, wenige (nicht heimische) Gehölze und Stauden, kein Verstecke

2)  naturfern:  fast ausschließlich nicht heimische Gehölze und Stauden, mäßig artenreicher Rasen, wenige Verstecke in Form dichter Vegetation

3) bedingt naturnah:  einige heimische Gehölze und Stauden vorhanden, Rasen artenreich, mitunter kleine Wieseninseln,  viele Verstecke in Form dichter Vegetation

4) sehr naturnah: viele heimische Gehölze und Stauden vorhanden, Rasen sehr artenreich oder höhere Wiesenflächen, viele Verstecke, Holz- oder Steinhaufen, naturnaher Teich.

Im Schnitt waren 32% der Gärten extrem naturfern und 40% naturfern. 17% waren bedingt naturnah und 11% sehr naturnah. Nur in wenigen Fällen wurden erkennbar Lebensräume für Tiere und Pflanzen auf relevanten Flächenanteilen gezielt angelegt. In den meisten Fällen entstand Naturnähe durch den Verzicht auf intensive Pflege, so dass heimische Pflanzenarten üppig gedeihen konnten.

Dabei gab es einige Unterschiede zwischen den Stadtteilen. Verglichen wurden Waldkraiburg Ost (östlich der Diesel- und südlich der Daimlerstraße), Waldkraiburg Nord (nördlich Grünem Weg und Daimlerstraße), Waldkraiburg Südwest (westlich des Grünen Rings und des Friedhofs und Waldkraiburg) Südost (südöstlich der Bahnlinie).

Die meisten sehr naturnahen Gärten gab es in „Waldkraiburg Ost“. Insgesamt schnitt Waldkraiburg Südost mit 36% naturnahen oder bedingt naturnahen Gärten am besten ab. Dabei spielte eine Rolle, dass es zahlreiche Hanggrundstücke gab, bei denen die Pflege erschwert ist.

Besonders naturfern waren die Gärten in Waldkraiburg Südwest, einem eher jüngeren Wohngebiet.

„Das Ergebnis hat uns überrascht“ stellt Andreas Zahn, Vorsitzender der Kreisgruppe fest. „Naturschutz im Garten nimmt in den Medien seit vielen Jahren einen breiten Raum ein und der BUND Naturschutz weist in der Lokalpresse und der Waldkraiburger Stadtinfo regelmäßig auf Möglichkeiten zum Naturschutz im Garten hin - all dies hat wenig Spuren hinterlassen“. Der Naturschutzverband betont, wie wichtig naturnahe Gärten sind, gerade für die Insektenwelt. Insekten wiederum sind die Lebensgrundlage für viele Vögel, Amphibien und Säugetiere.

Für den Erhalt der Artenvielfalt können Siedlungen von großer Bedeutung sein. Dass auch naturnahe Privatgärten erforderlich sind, um Bayerns Flora und Fauna zu erhalten, wurde im Rahmen des „Bienenvolksbegehrens“ von der Landwirtschaft zu Recht eingefordert, betont der Naturschutzverband.

Deutlich artenreicher als viele Privatgärten sind nach Ansicht des BUND Naturschutz die öffentlichen Grünanlagen der Stadt. Da gibt es viele wilde Ecken, Wiesen werden seltener gemäht und Wildblumen eingebracht. Die Naturschützer betonen: Die Stadt macht ihre Hausaufgaben, auf privatem Grund gibt’s noch erheblichen Nachholbedarf.

Anregung für naturnahes Gärtnern gibt der BUND Naturschutz hier:

https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten