Zur Startseite

Ortsgruppen

Kinder+Jugend

  • Home  › 
  • Aktuelles

Landesbund für Vogelschutz und BUND Naturschutz wollen Lichtverschmutzung eindämmen

„Hier wird besonders klar, was Lichtverschmutzung ist“ findet Tom Hilger von den „Paten der Nacht“ auf dem Schlossberg in Kraiburg um 19.30 Uhr. Ende Oktober wäre es um diese Zeit eigentlich bereits völlig dunkel.

09.11.2021

Doch ein großer Strahler aus der Ortsmitte beleuchtet nicht nur wie beabsichtig das Kirchlein sondern den gesamten Berg. Welche Folgen so eine nächtliche Lichterflut für Insekten, Fledermäuse und andere Tiere hat, erklärte der Experte für Finsternis rund 20 Teilnehmenden im Rahmen einer Führung, die vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) und BUND Naturschutz (BN) veranstaltet wurde. Er sprach auch den Energieverbrauch an und erläuterte, dass entgegen vieler Erwartungen eine sehr helle Beleuchtung von Straßen und Plätzen die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger nicht erhöht. Doch im Vordergrund des nächtlichen Spaziergangs standen die vielen Möglichkeiten die Lichtverschmutzung einzudämmen: Kleine, energiesparende Lampen an dem zu beleuchtenden Gebäuden, keine Lichtabstrahlung in den Himmel und die weitere Umgebung sowie Lichtfarben, die weniger Insekten anlocken, waren einige der Punkte, auf die Tom Hilger genauer einging.

„Wir werden dieses Thema bei unseren Gesprächen mit der Kommunalpolitik auf die Tagesordnung bringen“ betont Leah Reiter, stellvertretende Vorsitzende der LBV-Kreisgruppe. Besonders erfreut waren die Naturschützer über anwesende Gemeinde- und Stadträte, haben es doch die Kommunalparlamente in der Hand, die Beleuchtung ihrer Orte nicht ausufern zu lassen. „Wir hoffen sehr, dass die Eindämmung der Lichtverschmutzung im Rahmen der Bauleitplanung verstärkt angegangen wird, etwa indem Straßenlampen nicht die ganze Nacht hindurch mit voller Helligkeit leuchten“ meint Andreas Zahn, Kreisvorsitzender des BN. Besonders wichtig ist den Naturschutzverbänden aber auch die Reduktion der nächtlichen Beleuchtung auf Privatgrund. „Wenn man nicht mehr Licht als unbedingt nötig einsetzen und darauf verzichten würde, die Gartenbeleuchtung in den Himmel strahlen zu lassen, wäre viel gewonnen“ erklärt LBV Kreisvorsitzender Günther Weitzer. Und Tom Hilger lädt ein: „Wer wissen will, was er selber zum Schutz der Dunkelheit beitragen kann, wird auf der Homepage der „Paten der Nacht fündig – wir freuen uns über Anfragen“. Auch LBV und BN bieten an, den Kontakt zu Experten herzustellen, damit das eine oder andere Licht weniger aufgeht.