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Leichter Aufwind für Waldkraiburgs Abendsegler?

Waldkraiburg war viele Jahre eine Hochburg der Abendsegler. Über 800 Exemplare dieser großen Fledermausart wurden in machen Jahren an den Hochhäusern im Süden Waldkraiburgs gezählt.

10.05.2022

Die Tiere verbringen hier den Winter und gehen entlang des Inns auf Insektenjagd. Im Frühjahr ziehen alle Weibchen und ein Teil der Männchen nach Nordosten bis in die Gegend von Berlin oder sogar nach Polen, wie durch Wiederfunde beringter Tiere belegt ist. Dort wohnen die Abendsegler in Baumhöhlen, in denen auch die Jungen (stets nur ein oder zwei pro Weibchen) zur Welt kommen. In Waldkraiburg sind dann nur noch einige Männchen anzutreffen, vermutlich die besonders bequemen Exemplare. Im August kehren die übrigen Abendsegler zurück, einschließlich der im Sommer geborenen Jungen. Die Waldkraiburger Abendsegler wohnen inzwischen überwiegend in Quartieren, die man extra für sie gebaut hat. Als die Hochhäuser im Süden Waldkraiburgs saniert und wärmegedämmt wurden, mussten die ursprünglichen Verstecke der Fledermäuse, die Spalten hinter den Eternitverkleidungen der Häuser, beseitigt werden. Da Fledermausquartiere gesetzlich geschützt sind, wurde in Form verschiedener Fledermauskästen Ersatz geschaffen. Jedes Jahr erfasst der BUND Naturschutz im Frühjahr die Zahl der aus den Quartieren ausfliegenden Abendsegler. Leider mussten die Naturschützer feststellen, dass der Bestand in den letzten Jahren deutlich abnahm. Ein Trend, der in ganz Bayern beobachtet wird und dessen Ursache nicht geklärt ist. 2019 wurde mit nur 80 Tieren der Tiefpunkt erreicht. Seit 2020 zeichnet sich eine leichte Erholung der Bestände ab, 2022 wurden wieder 233 Abendsegler gezählt. Als Insektenfresser sind Abendsegler auf ein reiches Angebot großer und nachts fliegender Insekten angewiesen. Alle Maßnahmen, die Nachtfalter & Co. fördern, wie etwa „wilde“ Grünanlagen und Gärten, helfen letztlich auch Fledermäusen.