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Prompter Erfolg - Unken besiedeln Büffelweide in Oberneukirchen

Munter tummeln sich die ersten Unken in einem Tümpel auf der Büffelweide bei Oberneukirchen, die im letzten September eingerichtet wurde. Mit einem so schnellen Erfolg hätte niemand gerechnet. Er belegt die Bedeutung des Projektes „allen Unkenrufen zum Trotz“, das die Finanzierung des Weidezaunes ermöglichte.

25.05.2021

„Die Pupille ist wirklich herzförmig“ stellt Anna Meier, Bürgermeisterin der Gemeinde Oberneukirchen fest und blickt der Unke auf ihrer Hand tief in die Augen. Sie betont: „Wir freuen uns sehr, dass die Oberneukirchner Ausgleichsfläche nicht nur Bürgern und Büffeln sondern auch Unken gefällt“.

Unken lieben matschige Tümpel, wie sie Wasserbüffel beim Suhlen anlegen, so dass alle am Projekt Beteiligten auf eine Ansiedlung dieser seltenen Lurche gehofft hatten. Doch dass der neue Lebensraum auf der Weide sofort von Unken gefunden und als Laichplatz genutzt wird, überrascht selbst erfahrene Unkenschützer. Entdeckt wurde die kleine Sensation von Josefine und Matthias Reissaus vom örtlichen Reiserer-Hof, als sie ihre Büffel auf die Weidefläche brachten. Bei einem spontanen Ortstermin mit Anna Meier und Andreas Zahn vom BUND Naturschutz (BN) wurden sechs erwachsene Unken und mehrere Laichballen gezählt. „Nein, der BUND Naturschutz hat sie nicht ausgesetzt“ erklärt BN-Kreisvorsitzender Andreas Zahn. „Die Oberneukirchner Unken sind einfach sehr kooperativ, das ist nicht überall so“.

Mit der Pflege der gemeindlichen Ausgleichsfläche im Talraum des Grünbachs durch Wasserbüffel betritt die Gemeinde neue Wege. Denn neben einem attraktiven Ziel für Spaziergänger, zu dem sich die „wilde Weide“ schnell entwickelt hat, sollen durch den Einsatz der vierbeinigen Biotoppfleger auch Lebensräume für seltene Tierarten wie eben die Gelbbauchunke geschaffen werden. Schon jetzt haben sich auch Federlibelle und Schmetterlinge wie das Wiesenvögelchen auf der Weide eingestellt. Im Gegensatz zu Mähwiesen, wo Nahrung und Deckung nach der Mahd über Wochen fehlen, können sich auf der Büffelweide solche Tierarten das ganze Jahr über tummeln, sie ist nie völlig abgefressen. Insektenjäger wie Unken und viele Vögel profitieren zudem von den vielen Dungkäfern, die sich in den Büffelfladen entwickeln. Aufgrund dieser vielen Vorteile der Beweidung wurde der Bau des Weidezaunes über das Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ (www.gelbbauchunke-bayern.de) finanziert. Es ist Teil des „Bundesprogramms Biologische Vielfalt“ und der BUND Naturschutz ist einer der Projektträger. Da ein großer Teil der Weltpopulation der Gelbbauchunke in Deutschland vorkommt, hat auch Bayern für dieses Tier eine ganz besondere Verantwortung. „Es ist schön, dass Oberneukirchen so zum Artenschutz beitragen kann“ freut sich Anna Meier. „Unsere Weide zeigt, das gemeindliche Ausgleichsflächen bei richtiger Pflege von großem Wert für die heimische Natur sein können“.