Umwelttaler 2010

Umwelttaler für 2010 geht an die Geothermie Waldkraiburg GmbH

Die Verleihung des Umwelttalers an die Geothermie Waldkraiburg GmbH erfolgte im Rahmen der Mitgliederversammlung der BN Kreisgruppe beim "Kreuzerwirt" in Mettenheim. Mit der seit 1990 gestifteten Medaille aus Silber, die ein altes Mühldorfer Wappensiegel auf der Vorderseite und eine stilisierte Linde und ein Schmetterling auf der Rückseite zieren, wurde die Geothermie Waldkraiburg GmbH für besondere Verdienste im Umwelt- und Naturschutz, insbesondere für die Realisierung des Geothermiekonzepts zur Gewinnung von regenerativer Energie unter Vermeidung von CO² ausgezeichnet.

v. re.: GF Norbert Weigl, Bgm. Siegfried Klika, Gerd Ruchlinski, BN

Gerd Ruchlinski, der 1. Vorsitzende der Kreisgruppe, würdigte in seiner Laudatio die nachhaltige Nutzung der Erdwärme bei dem Projekt, was im Endausbau zu einer jährlichen Einsparung von ca. 30 000 t Kohlendioxid führe. Er erläuterte die geologischen Bedingungen für die Förderung des ca. 100 Grad heißen Thermalwassers aus 2800 Meter bzw. 3300 Meter Tiefe und informierte die anwesenden Naturschützer über zwei erfolgreiche Bohrungen. Über drei Kreisläufe werde die Wärme des Tiefenwassers über das Fernwärmenetz der Stadt Waldkraiburg bis zu den Verbrauchern geleitet und das ohne schädliche Emissionen. Ruchlinski bezeichnete die Geothermie als „Generationenprojekt“, so rechne man in 10 bis 15 Jahren mit dem Endausbau und genug „bezahlbarer Energie“ für Heizung und Warmwasserbereitung. Die Wahl im BN Kreisvorstand des Bund Naturschutzes erfolgte einstimmig. Der Umwelttaler wurde zusammen mit einer Urkunde dem Waldkraiburger Bürgermeister Siegfried Klika, Vorsitzender des Aufsichtsrates, und dem Geschäftsführer der Geothermie Waldkraiburg GmbH Norbert Weigl überreicht.

Übrigens: die Fernwärme hat in Waldkraiburg eine gewisse Tradition. Schon in den 50er Jahren versorgte die Deutsche Spreng Chemie einige Bunker mithilfe einer aufgeständerten Dampfleitung mit Wärme. Einige Bodenanker sind noch heute speziell im Bereich des "Eichelgartens" in Waldkraiburg Nord zu sehen.

Im Hintergrund ist die Dampfleitung der DSC zu sehen

Infos zur Geothermie in Waldkraiburg

Bericht MV 2011

Verschiedene Projekte auf der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Bund Naturschutz vorgestellt

Mühldorf/Mettenheim – Was bei der Mitgliederversammlung der Kreisgruppe Bund Naturschutz vergangenen Donnerstagabend beim „Kreuzerwirt“ auffiel, waren die Emotionen der einzelnen Mitglieder, mit denen sie sensible aktuelle Themen behandelten. Gleich zu Beginn sprach beispielsweise Heide Schmidt-Schuh sehr bewegt von der Natur- und Reaktorkatastrophe in Japan, zeigte erschreckende Fotos zu einem Artikel des Journalisten Klaus Biegert. Da war von der „Technologie der Apokalypse“ und „wissentlich eingeplanten Menschenopfern“ die Rede und der einzig wahren Alternative: Dem Atomausstieg. Es schloss sich die wirklich gelungene Satire des „Gentechnikmannes“ Hans-Peter Lendle an.

   

Hans-Peter Lendle alias "Gentechnikmann"

Nach der Verleihung des Umwelttalers an die Geothermie Waldkraiburg GmbH informierte 1. Vorsitzender Gerd Ruchlinski über die Kreisgruppe im Jahr 2010: Die rund 1700 Mitglieder sind in insgesamt 9 Ortsgruppen organisiert. Eine Neuwahl erfolgte in der Ortsgruppe Kraiburg/Taufkirchen und die Ortsgruppe Haag konnte wiederbelebt werden. Dank der rührigen Arbeit der Mitarbeiterinnen der Waldkraiburger Kreisgeschäftstelle Jutta Gölkel und Traudi Tüpprath, die dafür Blumen erhielten, wurden die Kräfte der Naturschützer gebündelt und einiges erreicht. Der Redner erinnerte an die gemeinsame Aktion mit der Kreisgruppe Landshut zum Stopp des Baus der B15, die Einweihung eines Leader-Projektes vom „Treffpunkt Wildland“ im Walkersaicher Moos, an den Infostand anlässlich des Tages der Jugend auf dem Satrouvilleplatz, an die 45 km lange „Methusalemtour“ per Rad und die Übernahme eines ca. 1 ha großen Grundstücks bei Rohrwiesen zur Erhaltung und Pflege.

 

Tag der Jugend in Waldkraiburg

Christine Herfort steuerte zur guten Bilanz des Vereins die Ergebnisse der Kinder- und Jugendgruppenarbeit in Kraiburg bei. Am Beispiel der „Kraiburger Wühlmäuse“, einer aus zwölf Zweitklässlern bestehenden Gruppe unter Leitung von Karin Musner, erläuterte sie, wie mit vergleichsweise geringen Mitteln das große Interesse am Entdecken der Natur geweckt werden könne. „Die Kinder wollten selber werkeln“, ob das nun um das Auffinden von Feuerwanzen, Biberspuren oder naturnaher Kegelbahnen gehe. Auch existiere die „Müpfe“-gruppe für Jugendliche ab der 5. Klasse, die vom Ehepaar Pohlus zu eigenständigen Aktionen zur „Essthetik“ und der Müllbeseitigung angeleitet worden seien. Herforth betonte die Notwendigkeit, noch mehr geeignete Gruppenleiter zu finden. Spontan erklärte sich Hubert Wagner bereit, deren Arbeit bei ausgewählten Treffen zu unterstützen.

 

Im Kassenbericht legte Schatzmeister Sebastian Huber die Finanzlage des Kreisverbandes dar. Danach sind die Spenden der Bevölkerung für den gemeinnützigen Verein die wichtigste Einnahmequelle. Über 30 000 Euro sammelten junge Naturschützer 2010 in der Nachbarschaft bei der Haus- und Straßensammlung im Landkreis.

Die fleißigen Sammler der Realschule Waldkraiburg

4 x Sieger und 2 x Zweiter der Schulen in Bayern

Die Kassenprüfer Karl Friedrich und Horst Tidhalm bestätigten die ordnungsgemäße, sachgerechte Kassenführung und entlasteten den Vorstand. Beide wurden anschließend für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit mit einem kleinen Präsent durch Gerd Ruchlinski geehrt, ebenso Systemtechniker Dr. Chris Feigl für den Aufbau der neuen Homepage und Gentechnikmann Hans-Peter Lendle für seinen Auftritt.

 

Sehr engagiert referierte danach Dr. Andreas Zahn, 2. Kreisvorsitzender, über die Landschaftspflege durch Beweidung im Talraum Jettenbach. Wo bisher Galoways für ein vielfältiges Vegetationsmosaik und den Bestand seltener Tierarten sorgten, sollen das künftig vom Aussterben bedrohte Pinzgauer Rinder und drei Wasserbüffel erledigen. Zwei der letztgenannten Tiere wird übrigens die Mühldorfer Firma „Barnhouse“ spenden und auf ihren „Crunchy“-Produkten für das Projekt werben. Weiter sprach Dr. Zahn über die zusätzlich geplante Beweidung der Bund Naturschutz-Kiesgrube in der Gemeinde Heldenstein durch Ziegen. Er rief dazu auf, sich für die Instandhaltung des Weidezaunes als „Zaunwächter“ zu melden. Außerdem seien die Laubfroschbestände entlang der Staatsstraße 2091 von Kraiburg nach Ampfing durch Vernetzung zu schützen, das Konzept der Einmaltümpel für die Erhaltung der Wechselkröte in der Schuster-Kiesgrube zu begleiten und das Toteiskesselprojekt in Haag z. B. zum Unterrichtsthema zu machen.

 

Ersatztümpel in der Schuster Kiesgrube

Eine Broschüre mit alten schönen Bäumen im Landkreis und entsprechende Radtouren will die Kreisgruppe zusammen mit Partnern 2011 erarbeiten, informierte Gerd Ruchlinski über  eines der Zukunftsprojekte. Andere folgten: So wird der Bund Naturschutz gemeinsam mit Energieberatern mehrere Veranstaltungen zum Klimaschutz organisieren und mit der Wärmebildkamera Schwachstellen bei der Wärmedämmung in privaten Wohngebäuden aufzeigen. Darüber hinaus gibt es im Veranstaltungskalender wieder verschiedene naturkundliche Führungen, eine Demonstration anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von Tschernobyl im Mai sowie die gegenwärtig laufenden Mahnwachen für den Atomausstieg. Schließlich bedankte sich der Kreisvorsitzende Bund Naturschutz bei seinem starken Team, bestehend aus dem Vorstand, der Geschäftsstelle und den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. Bericht: Christiane Kretschko, Journalistin, Fotos: BN