Themenschwerpunkte der Kreisgruppenarbeit

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT:

  • Informationsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Informationsstände und Ausstellungen zu verschiedensten Umweltthemen.
  • Über unsere Projekte entstanden zahlreiche Beiträge für Fernsehen, Radio und Printmedien. Ebenso wurden verschiedene Kurzfilme über die Wasserbüffel und Presseberichte über unsere Aktivitäten veröffentlicht.
  • Fachleute des BUND halten Vorträge über Natur und Umweltschutz in Schulen, beim Kreisbildungswerk und bei Vereinen. Zu vielen Themen bieten wir auch Führungen im Rahmen unseres Jahresprogramms an.
  • Auf unserem „Toteiskesselweg“ bei Haag erklären wir die Besonderheiten dieser Relikte der Eiszeit (http://www.toteiskessel.de).
  • Seit 1986 befindet sich die Kreisgeschäftsstelle in Waldkraiburg. Sie wird derzeit betreut von den Mitarbeiterinnen Elisabeth Neuhäusler und Traudi Tüpprath. Sie dient als Anlaufstelle für alle, die Fragen und Probleme in Sachen Natur und Umwelt haben. Hier wird reichhaltiges Informationsmaterial zu den verschiedensten Themen bereitgehalten.
  • Wir haben alle relevanten Volksbegehren unterstützt. "Mehr Demokratie", "Das bessere Müllkonzept", "Aus Liebe zum Wald" - es wurde nicht alles gewonnen, aber wir haben mitgeholfen vieles zu verbessern.


VERBANDSBETEILIGUNG (§63 BNatSchG):

  • Der BUND Naturschutz wird als anerkannter Naturschutzverband bei öffentlichen Planungen im Rahmen von Raumordnungsverfahren, Erstellung von Flächennutzungsplänen usw. beteiligt. Die Stellungnahmen müssen bei der Abwägung der unterschiedlichen Belange berücksichtigt werden. Durch die Mitwirkung in solchen Verfahren gelingt es oft, Eingriffe in Natur und Landschaft zu mildern und „Ausgleich“ bzw. „Ersatz“ für Beeinträchtigungen im Naturhaushalt durchzusetzen.


ARTEN- UND BIOTOPSCHUTZ:

  • Nur wenige naturnahe Lebensräume sind in unserer intensiv genutzten Landschaft verblieben, viele Tier- und Pflanzenarten sind auch im Landkreis Mühldorf selten geworden. Die Kreisgruppe des BUND Naturschutz versucht in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden und den Grundeigentümern wichtige Lebensräume unserer Flora und Fauna zu erhalten, Schäden zu beseitigen, Schutzkonzepte zu entwickeln und Pflegemaßnahmen durchzuführen. Bei unseren Projekten setzen wir auf die Zusammenarbeit mit Landwirten und fördern insbesondere die Landschaftspflege durch Weidetiere, also eine tiergerechte und umweltschonende Form der Fleischproduktion.
  • Schon 1989/90 haben wir begonnen, zugeschüttete Toteiskessel (durch die Eiszeit entstandene Senken oder Weiher) von Müll, Schutt und Holzabfällen zu befreien.
  • Wir beraten Kiesunternehmer, wie sie seltene Arten mit einfachen Maßnahmen während des laufenden Abbaus erhalten können.  
  • Unsere Ortsgruppen setzen sich für den Erhalt wertvoller Bäume oder Gehölzbestände im Siedlungsgebiet ein. Hecken und Obstwiesen haben wir an vielen Stellen des Landkreises gepflanzt.
  • Durch unsere Vorschläge und Initiativen können viele Lebensräume erhalten oder verbessert werden, etwa weil ihre Pflege von Kommunen als Ausgleich für Eingriffe durchgeführt wird.
  • Seit 1996 führen wir bei Jettenbach ein Modellprojekt für Biotop- und Artenschutz durch Beweidung mit Rindern und Büffeln durch. Die Resultate dieser Landschaftspflege finden über Bayern hinaus große Beachtung und wurden in Fachzeitschriften ausführlich veröffentlicht.
  • Für das Projekt „Büffel statt Bagger“ erhielt die Kreisgruppe im Jahr 2014 den Umweltpreis der Bayerischen Landesstiftung.
  • 2001 haben wir mit Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds eine 11 ha große Kiesgrube bei Heldenstein gekauft. Vorrangiges Ziel: Erhalt der Lebensräume für Wechselkröte, Laubfrosch, Gelbbauchunke, seltene Libellen- und Heuschreckenarten aber auch für Rebhuhn, Grünspecht, Neuntöter und einer Reihe anderer Brutvögel. Das Gebiet steht als Flora-Fauna-
  • Habitat unter EU-Schutz.
  • Bei Aschau-Werk kümmern wir uns um Vorkommen seltener Amphibien auf einer ehemaligen Abbaufläche, die von uns gepachtet wurde.
  • Bei Walkersaich bekamen wir ein ca. 1 Hektar großes Biotop geschenkt. Hier wurde zusammen mit dem Landratsamt eine Beweidung mit Wasserbüffeln begonnen. Diese Maßnahme erhöht die Lebensraumvielfalt und fördert die Überlebenschancen gefährdeter Pflanzen- und Tierarten.
  • Erfolgreich war unsere Mitarbeit in der „INN-Allianz“. Diese Initiative trug dazu bei, die letzte freie Fließwasserstrecke des Inns von Jettenbach bis Töging zu bewahren, die Mindestwassermenge auf 35 Kubikmeter/Sekunde zu erhöhen und mit der Renaturierung der Auen zu beginnen.
  • Durch die Erfassung von Amphibien und Reptilien sowie durch die Kartierung der Vogelarten Kiebitz und Feldlerche, zum Beispiel im Isental, haben wir eine wichtige Grundlage für die Berücksichtigung dieser Tierarten bei Infrastruktur-Planungen und Eingriffen in die Natur geschaffen.
  • Die Betreuung und Aufstellung von Amphibienzäunen an mehreren Stellen im Landkreis wird von uns koordiniert. Bedeutende Vorkommen von Erdkröte und Grasfrosch können dadurch erhalten werden.

MÜLL:

  • Über viele Jahre bildete das Müllproblem einen Schwerpunkt der Kreisgruppenarbeit. Die Kreisgruppe hat sich stark für das Volksbegehren „Ein besseres Müllkonzept“ eingesetzt und erheblich zum Erfolg im Landkreis beigetragen.
  • Die Errichtung einer Müllverbrennungsanlage konnte nicht verhindert werden. Inzwischen hat sich aber die Einsicht durchgesetzt, dass die Möglichkeiten zur Müllvermeidung und Wiederverwertung voll auszuschöpfen sind.
  • Zum Thema „Müllfreie Schule“ wurden von uns Konzepte entwickelt und konkret umgesetzt.

VERKEHR:

  • Seit Jahren setzt sich der BUND Naturschutz für den 2-gleisigen Ausbau und einer Elektrifizierung der Bahnverbindung München-Mühldorf-Freilassing ein. Inzwischen wurde der Ausbau von Teilabschnitten in Angriff genommen.
  • Beim Straßenbau versucht der BUND Naturschutz überzogene Planungen zu bremsen. Der Kampf für den Bau der A94 auf der Trasse der B12 ging nach fast 40 Jahren verloren. Mit den Planungen einer B15 neu kommen neue Probleme auf die Kreisgruppe zu. Es gilt eine überzogene Neutrassierung im Landkreis zu verhindern. Betroffene Bürger gründen Initiativen und leisten mit intelligenten Aktionen Widerstand.


ENERGIE:

  • Mithilfe von Partnern führen wir Wärmebildaktionen für Hausbesitzer durch und organisieren Führungen zu Gebäuden mit intelligenten Energiesparkonzepten.
  • Unsere Expertin, Diplomingenieurin Heide Schmidt Schuh, arbeitet als Sprecherin des
  • Landesarbeitskreises Energie & Klima an bayernweiten Konzepten für die Energiewende mit.
  • Zahlreiche Firmen und Organisationen wurden für ihre CO2 sparenden Aktivitäten mit dem Umwelttaler ausgezeichnet.

DIE ORTSGRUPPEN
Ampfing: Ortsbeauftragter: Dr. Johannes Huber.
Aschau: Gegründet 1984. Betreuung der ersten BUND Pachtfläche im Landkreis. Gehölz- und Baum-
pflanzungen. Vorsitzender: Karl Friedrich, Aschau.
Haag: 1983 gegründet. Federführend beim Konzept für den Haager Toteiskesselweg. Vorsitzende: Dipl. Ing. Heide Schmidt-Schuh, Haag.
Heldenstein: Gehölz- und Baumpflanzungen, Anlage einer Benjeshecke. Ortsbeauftragter Michael Gebauer.
Kraiburg/Taufkirchen: Im Jahr 1991 gegründet. Erhalt und Pflege der letzten Halbtrockenrasen am Kraiburger Schlossberg. Betreuung einer Kindergruppe. Vorsitzende: Doris Anzinger-Pohlus, Pürten.
Mühldorf/Inn: 1989 gegründet. Stellungnahmen zur Bauleitplanung in Mühldorf. Betreuung einer Kindergruppe. Vorsitzender: Oskar Rau, Mühldorf am Inn.
Neumarkt-St. Veit: 1992 geründet. Erstellung eines Konzepts und Mitarbeit am Naturlehrpfad der Stadt Neumarkt-St. Veit. Vorsitzender: Hans Ehmeier, Neumarkt-St. Veit.
Schwindegg/Buchbach/Obertaufkirchen: 1992 gegründet. Mitarbeit in der Bürgerinitiative „Stop B15neu“. Ortsbeauftragte: Alice Voll, Schwindegg.
Waldkraiburg: 1986 gegründet. Mitarbeit bei der Kleinen Gartenschau „Natur in Waldkraiburg“. Artenschutz in der Stadt. Vorsitzender: Heinrich Hiemesch, Waldkraiburg.