Kiebitz und Feldlerche - Vögel der Feldflur

Übergabe der Kartierung
v. li.: Dr. Andreas Zahn (BUND), Landrat Huber, Kreisbäuerin Anna Senftl, Sabine Pröls (LBV)
Petra Danner (BFD)
Untersuchungsgebiet mit Fundorten
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Rund 80 Hinweise auf Brutvorkommen von Kiebitz und Feldlerche – das ist das Resultat der Kartierung, die vom BUND-Naturschutz in den Jahren 2013/2014 im Isental sowie in Teilen des nördlich angrenzenden Tertiärhügellandes durchgeführt wurde. Damit ist klar, dass es im Landkreis noch bedeutende Vorkommen dieser bayernweit stark im Rückgang begriffenen Vogelarten gibt.

Obwohl als Wiesenbrüter bezeichnet brütet der Kiebitz, ebenso wie die Lerche im Landkreis vorwiegend auf Feldern. Doch oft ist der Bruterfolg gering, da es hier an Nahrung mangelt oder die Feldfrüchte so schnell aufwachsen, dass zu kühle und nasse Bedingungen für die Jungvögel herrschen. Maisfelder werden zudem oft umgeackert, wenn die ersten Eier bereits gelegt worden sind. Zum Glück gibt es immer wieder aufmerksame Landwirte, die Neststandorte kennen und bei der Feldbearbeitung aussparen. Andere legen „Lerchenfenster“ an, also einige Quadratmeter große Flächen im Feld, auf denen keine Früchte angebaut werden. 

Möglich war die Erfassung im Landkreis, dank des engagierten Einsatzes von Petra Danner, die im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bei der BUND-Kreisgruppe tätig war. Mit Fernglas und Landkarte bewaffnet, verbrachte sie viele Stunden im Isental um die Brutplätze der Vögel ausfindig zu machen. Zusätzlich war die Vogelkundlerin Daniela Kiermeier im Raum Oberbergkirchen in ihrer Freizeit sehr aktiv und konnte viele wertvolle Beobachtungen ergänzen.

Nicht jede Sichtung von Kiebitz und Lerche wurde bei der Erfassung als Brutnachweis gewertet. Nur wenn die Vögel durch eindeutige Verhaltensweisen wie Singflug oder Revierverteidigung zur Brutzeit im geeigneten Lebensraum beobachtet wurden, erfolgte eine Meldung an die bayernweite Artenschutzkartierung des Landesamts für Umwelt. Die Ergebnisse dieser Erfassung sind für viele Planungen sehr bedeutsam. So muss bei Neubaugebieten aber auch bei Aufforstungen oder dem Anbau von Energiewald auf Brutvorkommen dieser Arten Rücksicht genommen werden. Dank der vorliegenden Daten kann nun besser abgeschätzt werden, wo mit dem Auftreten von Kiebitz und Lerche zu rechnen ist. Die Ergebnisse der Untersuchung hat der BUND Naturschutz auch dem Landratsamt zur Verfügung gestellt. In einigen Jahren soll geprüft werden, ob die Bestände zu- oder abgenommen haben.

Kiebitz
Feldlerche

Historischer Überblick

Etwa 120 Mitglieder des BUND Naturschutz gibt es in den Gemeinden Ampfing und Zangberg. Eine Ortsgruppe besteht derzeit nicht. Als Ansprechpartner für alle Belange des Umwelt- und Naturschutzes in diesem Gebiet fungiert Dr. Johannes Huber. Zu örtlichen Planungsvorhaben nimmt die Kreisgruppe Stellung, um frühzeitig auf ökologische Probleme und Auswirkungen auf Natur und Landschaft hinzuweisen. Aktuelle Themen wie etwa die Müllproblematik setzen wir in konkrete Aktionen um, und arbeiten dabei auch mit anderen Gruppierungen auf örtlicher Ebene zusammen.

Termine für Treffen und Veranstaltungen werden in der örtlichen Presse bekannt gegeben.

Ortsbeauftragter: Dr. Johannes Huber, Tel. 08636-690636