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PM der Kreisgruppe Mühldorf des Bund Naturschutz in Bayern e.V.


BUND Naturschutz freut sich: Umweltreferent geht mit gutem Beispiel voran

Bunte Blumenwiesen sind im Inntal keine Selbstverständlichkeit. Will man Glockenblume & Co fördern, kommt es auf eine angepasste Bewirtschaftung an.

Der Waldkraiburger Umweltreferent Wolfgang Hintereder geht nach Ansicht des BUND Naturschutz hier mit gutem Beispiel voran:

Grillen veranstalten ein lautes Konzert, Schmetterlinge gaukeln über Margeriten und Wiesensalbei. Eine Kulturlandschaft im besten Sinn, direkt vor den Toren Waldkraiburgs am Waldrand bei Stockham. Bunte Wiesen wie hier zu sehen, waren vor 50 Jahren im Umfeld der Stadt keine Seltenheit. Sie sind inzwischen meist artenarmen „Wirtschaftsgrünland“ gewichen, das häufige Mahd und intensive Düngung verträgt.

Wolfgang Hintereder hat als Nebenerwerbslandwirt einen blumenreichen Wiesenstreifen nördlich Stockham bis in die Gegenwart „hinübergerettet“. Und seit letztem Jahr hat er die Fläche sogar vergrößert und auf dem angrenzenden Acker die Samenmischung „Blühendes Inntal“ ausgebracht. „Als Naturschutzreferent fordere ich naturnahe Flächen in der Stadt, da muss ich auch persönlich meinen Beitrag leisten“ erklärt der Landwirt. Das gute Heu der Wiesen wird am Hof verwertet. Besonders freut sich darüber Benedikt Hintereder, der Futter für seine Rinder braucht und sich wie sein Vater für Landwirtschaft und Natur begeistert. Die Wiese wird erst im Juni gemäht, wobei abschnittsweise vorgegangen wird, damit viele Kräuter und Blumen blühen und Samen bilden können. Der Artenreichtum im Heu ist auch für die Gesundheit der Rinder gut.

„Der Bund Naturschutz freut sich sehr über dieses schöne Beispiel für Naturschutz durch Landwirtschaft vor Ort“ betont Doris Pohlus, die stellvertretende Kreisvorsitzende, die im Inntal wohnt.

Da entlang der Wiese der Ausbau eines Radweges geplant ist, schlägt der BUND Naturschutz vor, auf einer Tafel Wanderer und Radfahrer über die Bedeutung artenreicher Wiesen zu informieren.


Klimawandel zeigt sich in der heimischen Natur

Der Klimawandel hat auch das Inn-Hügelland fest im Griff. Im Isental trocknen Kleingewässer aus, in den während der Eiszeit entstandenen Toteiskesseln ist der Wasserhaushalt gestört.

Und in der Schotterebene bei Ampfing ist der Grundwasserstand um zwei Meter gesunken, Tiere und Pflanzen der Feuchtgebiete leiden Not. Die gestressten Fichten befällt der Borkenkäfer und 2018 zeigten Buchen schon im August herbstliches Braun. Dass es im Frühjahr 2021 ausnahmsweise wieder einmal so kühl und regnerisch war, wie noch vor 40 Jahren üblich, verschafft der Natur nur eine kurze Verschnaufpause.

Wie kritisch die Situation ist, erlebt der BUND Naturschutz in den von ihm betreuten Gebieten. So können seltene Amphibien wie die Gelbbauchunke in der BUND Naturschutzkiesgrube und im FFH-Gebiet bei Aschau Werk nur durch die Anlage künstlicher Gewässer vor dem Aussterben bewahrt werden. Denn der Regen füllt die bisherigen Laichgewässer viel zu selten und aufgrund der hohen Temperaturen trocknen die Tümpel aus, ehe die Entwicklung der Kaulquappen beendet ist. Die Frühjahrsniederschläge, entscheidend für die Amphibien, lagen in den letzten Jahren um 8,7 % unter dem langjährigen Mittel, die Temperaturen um 1,6°C darüber, was die Verdunstung deutlich erhöht und die Austrocknung der Gewässer fördert. Nur durch Abdichtung von Gewässern mit Beton oder Folie können die seltenen Unken oder Wechselkröten überleben. 

Wie die Naturschützer beobachten, versiegen auch Bäche immer häufiger, was Kleinfischarten aber auch den Feuersalamander gefährdet. So sind in der Howaschen bachabwärts der Gemeinde Aschau die Fischarten Elritze und Schmerle ausgestorben, ebenso der Grasfrosch. Denn der Bach führt hier nur nach Starkregen noch für wenige Tage Wasser.

Im Isental haben Libellenarten der Moore und Feuchtgebiete abgenommen, wie eine Untersuchung im Sommer 2020 ergab. Südliche, an Hitze angepasste Arten wie die Feuerlibelle, breiten sich als Gewinner des Klimawandels hingegen aus.

Neben Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung ist es nach Ansicht des BUND Naturschutz jetzt auch dringend nötig, einen besseren Rückhalt des Wassers in der Landschaft zu ermöglichen. Auch muss die Beeinträchtigung von Feuchtgebieten und Gewässern durch zu hohe Düngeeinträge, Entwässerungen, Begradigung und Flächenverluste deutlich reduziert werden. Naturnahe Bäche und Gräben mit angrenzenden Auen und Feuchtwiesen sind hierfür enorm wichtig. Auch im Inn-Hügelland könnte man nach Ansicht der BUND Naturschutz Kreisgruppe den Wasserabfluss an vielen Stellen verlangsamen und Flächen wieder vernässen. Eine große Hilfe ist hierbei der Biber, führt er doch Wasserbau zwecks Wasserrückhalt emsig und kostenlos durch. Biberstauteiche sind eine Oase für Amphibien, Libellen, Wasserinsekten und viele andere Tiere. Auch Vögel finden hier in wochenlangen Trockenperioden noch ausreichend Insektennahrung. Wo immer eine Duldung von Biberdämmen möglich und durch eine angemessene Entschädigung für die Grundeigentümer erträglich ist, sollte die Aktivität der emsigen Nager geduldet werden. Die Natur wird es im nächsten Hitzesommer danken.


Reptil des Jahres BUND Naturschutz sorgt für die Zauneidechse

Die Zauneidechse wurde von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) zum Reptil des Jahres 2020/21 gekrönt.

„Das hat uns sehr gefreut, um diese Art bemühen wir uns intensiv“ erklärt Daniela Seitz vom Vorstand der Kreisgruppe des BUND Naturschutz. „Auf den von uns gepflegten Flächen tun wir alles, damit es den Eidechsen gut geht“. Daniela Seitz hat ihre Bachelorarbeit über die Vorkommen dieser Art in der BUND-Naturschutz-Kiesgrube geschrieben.

Die Zauneidechse (lat. Lacerta agilis) gehört zur Gattung der Smaragdeidechsen. Sowohl Männchen als auch Weibchen haben oft ein „leiterartiges“ Muster in der Mitte des Schwanzes und des Rückens. Während die Weibchen ganzjährig braun gefärbt sind, färben sich Männchen in der Paarungszeit grün. „Jetzt im späten Frühjahr sind die Männchen besonders prächtig“ weiß die 26-jährige. „Musterung und Färbung der Eidechsen sind sehr unterschiedlich, beispielsweise gibt es hier im Landkreis oft rotrückige Exemplare“. In Mitteleuropa erreicht die Zauneidechse ungefähr 18-20 cm Länge und kann zwischen 4 bis 10 Jahren alt werden. Sie ernährt sich hauptsächlich von Insekten, wie Heuschrecken und Käfern.

Zauneidechsen kommen in weiten Teilen Europas und Asiens vor; von den Britischen Inseln im Westen bis in den fernen Osten Sibiriens. Im Landkreis sind Zauneidechsen besonders in Kiesgruben, an Bahndämmen, Wald- und Heckenrändern zu finden. „Gärten wären eigentlich gute Lebensräume, doch fallen die Eidechsen hier meist schnell den Katzen zum Opfer“ bedauert Seitz. Auch Vögel wie Fasan und Turmfalke, aber auch Säuger wie Marder und Dachs stellen der Zauneidechse nach. Bei Gefahr kann sie ihren Schwanz abwerfen, der anschließend kürzer nachwächst. 

Die Zauneidechse gilt in Bayern nach der Roten Liste als gefährdete Art (Stufe 3). Ihre Bestände haben regional deutlich abgenommen. Sie ist daher streng geschützt, ebenso wie ihre Lebensräume. „Wird die Art durch Bauvorhaben beeinträchtigt, muss man für sie neue Lebensräume anlegen und im Notfall die Tiere umsiedeln“ erläutert Daniela Seitz.

Im Landkreis Mühldorf wurden schon mehrfach neue Zauneidechsenlebensräume angelegt. Auffällig sind etwa die Steinhaufen entlang der Bahnlinien. Grundstücksbesitzer können die Zauneidechse einfach fördern. Denn was die Eidechsen besonders lieben, hat Seitz in ihrer Bachelorarbeit herausgefunden: „Einfach an gut besonnten Gehölzrändern große Asthaufen anlegen – da stellen sich Eidechsen gerne ein.“


Schlechte Zeiten für Waldkraiburgs Abendsegler?

Über 500 Abendsegler, eine der größten Fledermausarten Bayerns, wurden in machen Jahren an den Hochhäusern im Süden Waldkraiburgs gezählt. Jetzt sind es nur noch 200, wie die Zählung des BUND Naturschutz belegt. Die Ursache für den Rückgang ist unklar.

Waldkraiburg war viele Jahre eine Hochburg der Abendsegler. Die großen Fledermäuse verbringen hier den Winter und gehen entlang des Inns auf Insektenjagd. Im Frühjahr ziehen alle Weibchen und ein Teil der Männchen nach Nordosten bis in die Gegend von Berlin oder sogar nach Polen, wie durch Wiederfunde beringter Tiere belegt ist. Dort wohnen die Abendsegler in Baumhöhlen, in denen auch die Jungen (stets nur ein oder zwei pro Weibchen) zu Welt kommen. In Waldkraiburg sind dann nur noch einige Männchen anzutreffen, vermutlich die besonders bequemen Exemplare. Im August kehren die übrigen Abendsegler zurück, einschließlich der im Sommer geborenen Jungen. Die kräftigen Männchen besetzten im Spätsommer und Herbst Baumhöhlen oder Fledermauskästen in Waldkraiburg und Umgebung. Durch laute Balzgesänge, die aber weitgehend im Ultraschallbereich liegen und uns daher nicht auffallen, locken sie Weibchen zur Paarung an. Doch auch an den Gebäuden ist um diese Zeit schon viel los: Wer nicht gerade ein Rendezvous in einer Baumhöhle hat, hängt an den Hochhäusern nahe der Innkante ab. Nach der Paarung werden dann die Winterquartiere bezogen, die sich oft an südexponierten Hausseiten befinden. Abendsegler halten keinen durchgehenden Winterschlaf und fliegen bei warmer Witterung auch zwischen November und März immer wieder aus. Scheint die Sonne auf ihre Quartiere, kann man oft ihre lauten Sozialrufe deutlich vernehmen. Dadurch lässt sich auch feststellen, welche der Fledermauskästen gerade besiedelt sind. Denn die Abendsegler wohnen inzwischen überwiegend in Quartieren, die man extra für sie gebaut hat. Als die Hochhäuser im Süden Waldkraiburgs saniert und wärmegedämmt wurden, mussten die ursprünglichen Verstecke der Fledermäuse, die Spalten hinter den Eternitverkleidungen der Häuser, beseitigt werden. Da Fledermausquartiere gesetzlich geschützt sind, wurde in Form verschiedener Fledermauskästen Ersatz geschaffen, der mittlerweile von den Tieren gut angenommen wird.

Jedes Jahr erfasst der BUND Naturschutz die Zahl der aus den Quartieren ausfliegenden Abendsegler Ende April oder Anfang Mai. Leider mussten die Naturschützer feststellen, dass der Bestand in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat, nur knapp über 200 Tiere wurden gezählt. Ein Trend, der sich in ganz Bayern abzeichnet und dessen Ursache nicht geklärt ist. Als Insektenfresser sind Abendsegler auf ein reiches Angebot großer und nachts fliegender Insekten angewiesen. Alle Maßnahmen die Nachtfalter & Co fördern, wie etwa „wilde“ Grünanlagen und Gärten, helfen letztlich auch Fledermäusen.


Ihre Meinung ist gefragt! Online-Umfrage zur biologischen Vielfalt

Im Rahmen des Projekts „Allen Unkenrufen zum Trotz“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt ist Ihre Meinung zum Schutz der biologischen Vielfalt, speziell zur Gelbbauchunke, gefragt – auch wenn Sie das Projekt (noch) nicht kennen.

Ihr Mitwirken hilft den Projektbeteiligten einzuschätzen, ob die umgesetzten Maßnahmen zum gewünschten Erfolg beigetragen haben. Um das Projekt hierbei zu unterstützen, brauchen Sie ca. 10-15 Minuten Zeit für den anonymen Fragebogen, den Sie auf der Internetseite https://s2survey.net/natur_oberbayern/ finden. Die hier angegebene Online-Befragung wird Fragen untersuchen wie: Wie ist die Bekanntheit der Gelbbauchunke in der allgemeinen Öffentlichkeit? Hat sich das Bewusstsein, um was für ein Tier es sich handelt und ob es schutzbedüftig ist oder nicht, in den letzten Jahren verändert? Dieser Untersuchung dient die oben genannte Umfrage, an der jede und jeder eingeladen ist, sich zu beteiligen. Noch bis zum Sonntag, 16. Mai 2021 haben Sie die Möglichkeit, sich zu beteiligen und somit wertvollen Input zu geben.

„Allen Unkenrufen zum Trotz“

Sechs oberbayerische Landkreise beteiligen sich mit dem groß angelegten Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ am Erhalt der Gelbbauchunke, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Bundesprogramm Biologische Vielfalt und durch den Bayerischen Naturschutzfonds. Die Trägerschaft haben die Landkreise Altötting, Freising und Neuburg-Schrobenhausen sowie der BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) übernommen. Die Bestände der Gelbbauchunke sollen sich bis zum Ende der Laufzeit am 30. Juni 2021 möglichst erhöht haben. Da ein großer Teil der Weltpopulation der „Bombina variegata“ in Deutschland vorkommt, hat Deutschland für dieses Tier eine ganz besondere Verantwortung.

Kleine Gewässer, Quelltümpel, Viehweiden, aber auch Pfützen und wassergefüllte Fahrspuren: hier fühlt sich die Gelbbauchunke wohl, hier legt sie ihre Eier ab. Doch durch Trockenlegungen und Straßenbauten sind diese Laichgewässer immer weniger geworden, und in der Folge auch die Tiere. Ziel ist es nun, neue Lebensräume zu schaffen, Biotope aufzubessern und zu vernetzen, um die Unkenwanderung wieder zu ermöglichen. Dazu braucht es engagierte Grundeigentümende sowie Privatpersonen, die die Laichgewässer freiwillig erhalten und pflegen. Forst-, Land- und Wasserwirtschaft sollen ebenso eingebunden werden, wie Gemeinden, Kiesabbauunternehmen und Schulen. Mit im Boot sind auch das Wissenschaftszentrum Weihenstephan mit der TU München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die mit ihrem Fachwissen zum Gelingen des Projekts beitragen können.

Träger des Projektes „Allen Unkenrufen zum Trotz“ sind die Landkreise Altötting, Freising und Neuburg-Schrobenhausen, der BUND Naturschutz in Bayern e. V. mit seinen Kreisgruppen Altötting, Erding, Freising, Mühldorf a. Inn, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen a. d. Ilm. Die Landkreise Altötting, Freising, Neuburg-Schrobenhausen sowie der BUND Naturschutz in Bayern e.V. haben zum Zweck der Umsetzung des Projektes eine Trägergemeinschaft gebildet, für die der Landkreis Freising die Geschäftsführung übernommen hat.

Weitere Informationen

www.gelbbauchunke-bayern.de

http://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/allen-unkenrufen-zum-trotz.html


Kuh Heidi ist die Landschaftspflegerin des Jahres

BUND Naturschutz freut sich über 250 Teilnehmer*innen

Ohne sie wäre unsere Kulturlandschaft ärmer und ein nachhaltiger Naturschutz nicht möglich: Rind, Ziege & Co. Durch die Wahl der Landschaftspflegerin des Jahres will der BUND Naturschutz diese besondere Leistung unserer Nutztiere würdigen. Jetzt steht die Siegerin fest. Kuh Heidi, hat gewonnen.

Weidetiere haben die Landschaft Bayerns seit Jahrtausenden geprägt und eine artenreiche bäuerliche Kulturlandschaft geschaffen. Viele heute seltene Pflanzen- und Tierarten sind an diese Weidelandschaften angepasst. Wollen wir die Vielfalt der Flora & Fauna in Bayern bewahren, so sind „wilde Weiden“ eine entscheidende Voraussetzung: Weideflächen mit Buckeln und Senken, Tümpeln und Gestrüpp, geprägt vom Tritt und Fraß der Weidetiere und nicht durch die Ordnungsliebe von uns Menschen.

Im Landkreis Mühldorf sind Rinder, Büffel, Ziegen, Schafe und Pferde heute entscheidende Akteure in der Biotopflege. Die BUND Naturschutz-Kreisgruppe setzt seit vielen Jahren auf die tierischen Helfer und führte nun erstmals die öffentliche Wahl der "Landschaftspflegerin des Jahres“ durch, an der sich rund 250 Personen beteiligten. Jetzt sind die Stimmen ausgezählt. Kuh Heidi, die schöne Murnau-Werdenfelserin, beheimatet auf dem Reiserer-Hof in Oberneukirchen (https://www.der-reiserer.de/), hat mit 40% aller Stimmen die meiste Unterstützung erhalten. Sie ist inzwischen auch Mutter geworden. Auf die Büffeldame Ilvy entfielen 31% der Stimmen, auf die Geiß Penelope 20% und auf die Dungfliege Scatophaga 9%.

Vielleicht hat Heidi ihr besonderes Engagement auf das Siegertreppchen geholfen, vermutet der BUND Naturschutz: Als Chefin ihres Landschaftspflegetrupps hat sie es geschafft, in nur zwei Wochen eine Weide im Auwald von überrindshohem Springkraut zu befreien, so dass die heimische Flora wieder gedeihen kann. Und das trotz Hitze und hungriger Stechmücken. Das Indische Springkraut breitet sich in vielen Lebensräumen aus und verdrängt die heimische Pflanzenwelt. Der BUND Naturschutz untersucht, ob es sich durch Beweidung mit Rindern zurückdrängen lässt.

Wer sich an der Wahl beteiligt hat, nahm an einer Verlosung teil. Die Gewinner*innen der Preise wurden vom BUND Naturschutz bereits informiert.


Wer singt denn da? Frag den Vogelphilipp!

Die Sonne strahlt, und überall ist das Vogelgezwitscher zu hören. Passend dazu startet am 01. April der BUND Naturschutz (BN) mit der Vogelstimmen-Hotline von Philipp Hermann in die neue Saison. „Wer wissen will, welche Vögel in seiner Umgebung singen, kann ab sofort den Gesang mit dem Handy aufnehmen und über WhatsApp an den „Vogelphilipp“ schicken“, erklärt Vogelexperte Alex Scholz der BN-Kreisgruppe Mühldorf. Der einzigartige WhatsApp-Service läuft bayernweit den gesamten Monat April.

Über 250 Vogelarten sind in Deutschland als Brutvögel zu Hause, davon sind mehr als die Hälfte sogenannte Singvögel. In Wäldern, Gärten und Parks sind sie zu sehen und vor allem hören. Und wer da genau singt, beantwortet der „Vogelphilipp“. Der Landshuter Ornithologe heißt eigentlich Philipp Herrmann und hilft als „Vogelphilipp“ den Gesang der heimischen Vögel zu erkennen, um damit ein Bewusstsein für die Vielfalt unserer Vogelwelt zu schaffen. Die Artenkenntnis zu fördern sein ein „großes Anliegen“, erklärt Scholz, die Vogelstimmenhotline sei eines dieser Angebote.

Den bayernweiten Service der BN-Vogelstimmenhotline kann jeder Interessierte gratis nutzen: Einfach den Vogelgesang mit dem Smartphone über die Sprachnachrichtenfunktion von WhatsApp aufnehmen und an die Telefonnummer 0160/442 44 50 schicken. Der „Vogelphilipp“ hört sich jede Aufnahme an und gibt persönlich Bescheid, welcher Vogel singt.

Die Hotline gibt es heuer bereits zum sechsten. Jedes Jahr beantwortet Philipp Hermann mehr als 5.000 Anfragen. „Ich wollte unbedingt ein Angebot schaffen, das man unterwegs ganz einfach nutzen kann, ohne erst eine App herunterladen zu müssen – ein Handy mit WhatsApp hat fast jeder immer dabei“, so Herrmann. Dass der Experte persönlich die singenden Vögel aus dem eigenen Garten bestimmt, motiviert die Teilnehmer enorm“, unterstreicht Herrmann.


Lebensgrundlage Wasser: ein Schatz braucht mehr Schutz

BUND Naturschutz zum Weltwassertag am 22.03.2021:

Im Isental trocknen Kleingewässer aus, in Toteiskesseln ist der Wasserhaushalt gestört und in der Schotterebene bei Ampfing ist der Grundwasserstand um zwei Meter gesunken. Tiere und Pflanzen der Feuchtgebiete leiden Not. Darauf weist der BUND Naturschutz anlässlich des jährlichen Weltwassertags am 22. März hin, der sich in diesem Jahr auf das Thema "Wert des Wassers" fokussiert. Der BUND Naturschutz fordert daher deutlich mehr Anstrengungen im Wasserschutz auch in der Region. Vor allem der Ausgang der aktuellen Verhandlungen um die Agrarförderungen hat nach Ansicht des Verbandes enorme Auswirkung auf den Wasserschutz.“

Gerade vor dem Hintergrund der massiven Auswirkungen der Klimakrise auf den Wasserhaushalt ist es dringend nötig, die Belastungen des Wassers und der Gewässer insbesondere durch zu hohe Düngeeinträge, Entwässerungen, zu hohe Wasserentnahmen, Begradigung und Aufstau sowie Flächenverluste deutlich zu reduzieren. „Das ist auch das Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie seit dem Jahr 2000, doch auch hier in der Region sind wir von einem guten Zustand und gesunden Gewässern noch weit entfernt“, kritisiert Dr. Andreas Zahn, Vorsitzender der Kreisgruppe Mühldorf. „Die Umsetzungspläne, die heuer erstellt werden, müssen nun wirksame Maßnahmen enthalten, ihre Umsetzung ein großes Gemeinschafts-Anliegen werden – um Wasser den nötigen Stellenwert in allen Bereichen zu geben.“

Wie kritisch die Situation ist, erfährt der Verband in den von ihm betreuten Gebieten. So können die Amphibien in der BUND Naturschutzkiesgrube und im FFH-Gebiet bei Aschau Werk nur durch die Anlage künstlicher Gewässer vor dem Aussterben bewahrt werden. Die örtlichen Frühjahrsniederschläge, entscheidend für die Amphibien, lagen in den letzten Jahren um 8,7 % unter dem langjährigen Mittel, die Temperaturen um 1,6°C darüber, was die Verdunstung deutlich erhöht, den Grundwasserspiegel sinken lässt und die Austrocknung der Weiher fördert. 

Auch Bäche versiegen immer häufiger, was Kleinfischarten aber auch den Feuersalamander gefährdet.

Als überaus positiv werten die Naturschützer Renaturierungen wie am Inn, wo stellenweise wieder eine Wildflusslandschaft entstanden ist und seltene Arten eine Chance haben. Doch an vielen kleinen Fließgewässern stehen ähnliche Maßnahmen noch aus. Um Wasser in der Landschaft zu halten und die Grundwasserneubildung zu fördern, sind aber gerade naturnahe Bäche mit angrenzenden Auen und Feuchtwiesen wichtig. Hier gilt es nach Ansicht der BUND Kreisgruppe den Wasserablauf zu reduzieren und Flächen wieder zu vernässen wobei auch der Biber helfen kann“.

Gerade im Hinblick auf den Klimawandel sollen die Menschen sich mehr Klarheit über die Rolle und Bedeutung des Wassers in ihrem Leben und für die Umwelt verschaffen, fordert der BUND Naturschutz. Wasser ist eine begrenzte Ressource, deren Wert es zunächst zu erkennen gilt, um es schätzen und schützen zu können.

Für Rückfragen:
 

Dr. Andreas Zahn
H. Löns Str.4
84478 Waldkraiburg
Tel.: 08638 86117
Andreas.Zahn@iiv.de


BUND Naturschutz gewinnt Natura 2000-BayernOskar

Informationen jetzt in der Geschäftsstelle in Waldkraiburg

Um den Natura 2000-BayernOskar haben sich Menschen aus allen Regionen Bayerns beworben. In der Kategorie Engagement ging der 1. Preis an die Kreisgruppe Mühldorf des BUND Naturschutz. In der Kreisgeschäftsstelle in Waldkraiburg sind jetzt Infos zum Wettbewerb und dem BN-Beitrag ausgestellt

„Natura 2000 ist eine Glanzleistung der Europäischen Union, die auch im Landkreis wertvolle Lebensräume erhält“ betont Andreas Zahn, Kreisvorsitzender des BUND Naturschutz. „Doch dieses Netz besonders schutzwürdiger Naturgebiete ist viel zu wenig bekannt. Wir hoffen, dass auch die Auszeichnung für unsere Bund-Naturschutz Kiesgrube zu mehr Öffentlichkeitswahrnehmung beiträgt“. Die Kiesgrube ist nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU als FFH-Gebiete geschützt und damit Teil eines Netzwerks von mehr als 27.000 Schutzgebieten in ganz Europa.

Mit der Aktion „Natura 2000-BayernOskar“ bringt die Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) die positiven Wirkungen des europäischen Naturschutznetzes Natura 2000 für Umwelt und Gesellschaft ein Stück weiter an die Öffentlichkeit.  Ziel ist es, das Engagement vieler Menschen für das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 zu prämieren. „Besonders originelle oder sehr erfolgreiche Projekte waren gesucht – damit haben wir mit der BN-Kiesgrube gute Chancen“ war sich Doris Pohlus, zweite Vorsitzende der Kreisgruppe schon vor der Bewerbung sicher. In der Kiesgrube wird durch Rinder und Ziegen ein artenreicher Lebensraum erhalten. Zudem wird durch diese Art der Weidehaltung hochwertiges Fleisch auf tiergerechte Weise erzeugt und mit einer nachhaltigen und kostengünstigen Landschaftspflege verbunden. Beobachtungsstände, Tafeln und Führungen beziehen die Bevölkerung ein und vermitteln, wie vielfältig eine durch Weidetiere gestaltete Kulturlandschaft aussehen kann. Dabei erlebt der Besucher den Artenreichtum dieser Weidelandschaft, angefangen vom Vogelkonzert am Morgen bis zum Froschkonzert am Abend.

Die Bewerbungsunterlagen mit Informationen zum Projekt, zum Wettbewerb und zu Natura 2000 sind jetzt im Schaukasten an der Geschäftsstelle des BUND Naturschutz in der Pragerstraße 6 in Waldkraiburg ausgestellt. Sie können auch als PDF-Datei unter muehldorf@bund-naturschutz.de angefordert werden. Einen Film über die Kiesgrube gibt es auf Youtube unter https://youtu.be/8AD3jM8x6_0


Artenschutzbilanz 2020

Artenschutz im Landkreis Mühldorf 2020 - BUND Naturschutz zieht Bilanz

Anstrengungen und Erfolge aber auch große Probleme – dieses Fazit zieht die Kreisgruppe des BUND Naturschutz (BN) hinsichtlich des Artenschutzes im Landkreis Mühldorf.

„Das Bewusstsein hat sich verändert“ stellt Doris Anzinger-Pohlus, stellvertretende Vorsitzende der BN-Kreisgruppe fest. „Viele Bürger fördern Insekten im Garten, Landwirte legen Blühflächen an und Gemeinden gestalten öffentliches Grün artenreicher als bisher“.  Auch wurden Pflege und Anlage naturnaher Lebensräume durch den Landschaftspflegeverband und die Untere Naturschutzbehörde deutlich vorangebracht. Pflanzenarten wie das Kleine Mädesüß haben nun wieder Hoffnung, im Landkreis zu überleben.

Im Rahmen des Bayernnetznatur-Projekts „Schätze der Eiszeitlandschaft“ konnten weitere verlandete Toteiskessel ausgeräumt und so diese eiszeitlichen Reliktgewässer als Lebensräume für Kammmolch, Fieberklee & Co. erhalten werden. Dank einer Initiative der Öko-Modellregion Mühldorfer Land sind auch fast verschwundene Ackerwildkrautarten inzwischen wieder öfter auf den Feldern zu sehen. Für die Gelbauchunke wurden im Rahmen des Projektes „Allen Unkenrufen zum Trotz“ neue Tümpel angelegt und dem Kiebitz wird durch engagierte Ehrenamtliche des Landesbundes für Vogelschutz unter die Flügel gegriffen: Durch die Markierung der Nester können Landwirte bei der Feldbearbeitung auf die Brut Rücksicht nehmen. Auch auf den naturnahen Weideflächen der Autobahndirektion bei Langenstegham fühlt sich der Kiebitz wohl, so dass dort mehrere Paare brüten. Rinder und Wasserbüffel haben hier Lebensräume geschaffen, die auch Blaukehlchen, vier Rohrsängerarten und viele durchziehende Watvögel anlocken. Sogar der Merlin tritt hier als Wintergast auf.

Doch trotz dieser positiven Entwicklungen sind die Aussichten für den Artenschutz düster, befürchtet der BUND Naturschutz, denn der Klimawandel schlägt bereits deutlich zu. So haben die Frühjahrstemperaturen in den letzten 20 Jahren im Raum Mühldorf um 1,6°C zugenommen, die Niederschläge werden weniger und das Grundwasser sinkt. Viele Kleingewässer führen daher kaum noch Wasser oder trocknen frühzeitig aus. Der Bestand des Grasfrosches, unser ehemals häufigsten Froschart, ist nach Untersuchungen des BUND Naturschutz um rund 80% zurückgegangen, 33% der Vorkommen sind erloschen. In der Kiesgrube des BUND Naturschutz hat auch der Laubfroschbestand um 97% abgenommen. Im Isental werden Libellenarten feuchtkühler Sümpfe und Moore immer seltener, wärmeliebende südeuropäische Arten nehmen hingegen zu. „Insgesamt werden Arten der Kleingewässer immer größere Problem bekommen“ befürchtet Andreas Zahn, Vorsitzender der Kreisgruppe, „ebenso Arten die wenig mobil sind“. Denn die Zunahme von Klimaextremen wie Hitzeperioden oder Starkregen bewirkt, dass immer mehr kleine Restvorkommen seltener Arten aussterben. Sie können ihre ehemaligen Lebensräume später aber kaum wieder neu besiedeln, da unsere Landschaft viel zu wenig „Wanderkorridore“ bietet. Selbst auf manche flugfähige Arten, wie viele Tagfalter trifft dies zu, eine Tiergruppe die 2020 in vielen Teilen des Landkreises generell selten war. Unbekannt ist der Grund für die Abnahme der Abendsegler, einer durchaus mobilen Fledermausart. Sowohl bayernweit als auch bei den Vorkommen in Waldkraiburg und Mühldorf ist der Rückgang deutlich. Auch die Turteltaube, der Vogel des Jahres 2020, scheint aus dem Landkreis verschwunden zu sein. „Die letzten Beobachtungen balzender Turteltauben gelangen 2017“ erklärt Vogelexperte Alex Scholz. Nach wie vor schlecht geht es auch Feldvogelarten wie Lerche, Wachtel und Rebhuhn.

Dass sich andererseits mobile Arten ausbreiten können, zeigt sich auch im Landkreis Mühldorf. So hat die Sichelschrecke aber auch das Schwarzkehlchen unsere Region besiedelt und im Mühldorfer Hart ist ein Kolkrabe ansässig geworden.

Für die Bilanz zeigt nach Ansicht des BUND Naturschutz, dass der Einsatz der vielen Akteure nicht vergebens ist, auch wenn die Herausforderungen für den Artenschutz noch weiter zunehmen werden.

Für Rückfragen:

Dr. Andreas Zahn
Vorsitzender der Kreisgruppe Mühldorf

Tel. 08638-86117

E-Mail: andreas.zahn@iiv.de


Laubhaufen für Igel

Der Bund Naturschutz (BN) bittet alle Gartenbesitzer genug Verstecke für Igel anzubieten und das Laub liegen zu lassen. Laubhaufen sind im Herbst ein Rückzugsraum für viele Tiere, auch für solche, die der Igel als Nahrung braucht.

Gute Verstecke sind für den Igel überlebenswichtig. Sie finden Winterquartiere unter Holzterrassen, unter Sträuchern, in Laub- und Holzhaufen oder Geräteschuppen. Der November ist für die Tiere jedoch ein Monat mit Tücken. Manche Igel befinden sich bereits im Winterschlaf. Weibchen und Jungtiere sind aber häufig noch auf der Suche nach Nahrung und einem Quartier für den Winter. Das wird durch die Ordnungsliebe der Menschen erschwert. Viele Gärten werden derzeit ordentlich hergerichtet, es wird Laub gefegt oder mit dem Laubsauger entfernt. Dabei ist das Laub für Igel besonders wichtig. Denn das Bodenleben, insbesondere die Regenwürmer, beginnen umgehend mit der Verarbeitung der Blätter. Und vielen Insekten dient es als Versteck. „Würmer und Insekten sind aber die Nahrung des Igels, der Laubhaufen ist sozusagen sein Vorratsschrank“, erklärt Maria Rabenbauer, Gartenfachfrau des BUND Naturschutz. Der BN bittet deshalb alle Gartenbesitzer wilde Ecken mit Laubhaufen im Garten einzurichten. „Winterquartiere, die durch eine übertriebene Gründlichkeit zerstört werden, bringen unsere Igel in große Bedrängnis. Die erneute Suche nach einem alternativen Schlafplatz, kostet die Tiere viel Energie und kann tödlich enden“, weiß Doris Anzinger-Pohlus, stellvertretende Vorsitzende der BN-Kreisgruppe.

Auch wer Igel durch Zufütterung helfen möchte - sie fressen gerne Rühreier oder Katzenfutter, während ihnen Milch schadet - sollte an einen Unterschlupf in der Nähe der Futterstelle denken. Denn finden die Tiere kein Versteck in der unmittelbaren Umgebung, müssen sie bei kühlen Temperaturen weit laufen und verlieren ihre zuvor angefressene Energie.

Igelhilfe – was ist erlaubt?

Der Igel ist eine besonders geschützte Tierart. Nur kranke und verletzte Igel dürfen häuslich aufgenommen und gepflegt werden. Sobald sich diese Tiere wieder selbst erhalten können, müssen sie unverzüglich in die Freiheit entlassen werden. Für die Pflege eines hilfsbedürftigen Igels reicht Tierliebe allein nicht aus. Igelfinder sollten sich in jedem Fall die nötige Sachkenntnis aneignen oder im Zweifelsfall fachkundigen Rat einholen. Mehr Infos hierzu finden Sie auf https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/igel


Kreisvorstand des BUND Naturschutz wieder komplett

Eineinhalb Jahre nach dem plötzlichen Tod des Kreisvorsitzenden Gerd Ruchlinski hat der BUND Naturschutz im Landkreis Mühldorf wieder einen kompletten Kreisvorstand.

Dr. Andreas Zahn aus Waldkraiburg, bisher Stellvertreter von Gerd Ruchlinski, wurde zum ersten Kreisvorsitzenden gewählt. Zweite Kreisvorsitzende ist nun Doris Anzinger-Pohlus, die auch die Ortsgruppe Kraiburg leitet. Neu im Vorstand sind Daniela Seitz und Alexander Scholz.

Schon zweimal wurde die Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Mühldorf des BUND Naturschutz aufgrund der Covid 19 Pandemie verschoben, jetzt fand sie im Oktober unter besonderen Vorkehrungen in der Gaststätte Ebinger Alm statt. „Wir haben uns auf einer überdachten aber nach drei Seiten offenen Terrasse getroffen und große Abstände eingehalten, sowie natürlich die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen“ betont Doris Anzinger-Pohlus.  So konnte unter der Leitung von Annemarie Räder, der Regionalreferentin des BUND Naturschutz die Nachwahlen zum Vorstand durchgeführt werden. Neben den Vorsitzenden wurden zwei zusätzliche Beisitzer gewählt. „Ich freue mich sehr, dass mit Daniela Seitz und Alex Scholz zwei Landschaftsplaner unser Team verstärken“ erklärte Andreas Zahn. „Mit Daniela Seitz, die in ihrer Bachelorarbeit über Zauneidechsen in der BUND Naturschutzkiesgrube untersucht hat, verjüngt sich der Vorstand gewaltig. Und mit Alex Scholz haben wir uns einen hervorragenden Vogelexperten eingefangen“.

Weiterhin tätig sind im Kreisvorstand Heiner Byzio (Schatzmeister), Maria Rabenbauer (Schriftführerin), Thomas Schirlitz (Beisitzer) sowie die Delegierten Heide Schmidt-Schuh und Hans Wild.

Der Rückblick auf die Kreisgruppenarbeit zeigte, dass der BUND Naturschutz trotz den seit dem Frühjahr erschwerten Bedingungen intensiv für die Natur im Einsatz war. „Im Rahmen von Stellungnahmen zu öffentlichen Planungen, wie Straßen- oder Siedlungsbau geben wir Tieren, Pflanzen und Landschaft eine Stimme“ betonte Andreas Zahn, „und dank unserer Geschäftsstellenleiterin  Eva Grabbe-Tkocz, die unsere Homepage neu gestaltet, hat die Öffentlichkeit jederzeit Einblick in unsere Aktivitäten“. „Auch die Umweltbildung im Rahmen unsere Führungen findet rege Resonanz“ berichtete Doris Anzinger-Pohlus. „Dieses Angebot wollen wir ausweiten“. Über die aktive Kreisgruppe freute sich auch Regionalreferentin Annemarie Räder: „Gerade die Zusammenarbeit mit Landwirten bei der Pflege wertvoller Lebensräume durch Beweidung mit Rindern und Ziegen ist bayernweit vorbildhaft“. Für die hervorragende Zusammenarbeit bei mehreren „Beweidungsprojekten“ bedankten sich die Kreisvorsitzenden bei Josefine und Matthias Reissaus vom Reiserer-Hof, deren Wasserbüffel und Murnau-Werdenfelser Rinder als vierbeinige Landschaftspfleger auf Flächen des BUND-Naturschutz im Einsatz sind.

Für die Zunft plant die Kreisgruppe das Angebot zur Mitarbeit im aktiven Naturschutz, also bei der Pflege und Verbesserung von Lebensräumen, noch auszuweiten. Interessenten können sich über die Homepage https://muehldorf.bund-naturschutz.de/ bei der Kreisgruppe melden.


Siedlungsbrei befürchtet

BUND Naturschutz nimmt Stellung zur geplanten Bebauung „Waldkraiburg West“

Der Stadtrat der Stadt Waldkraiburg hat die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 82 für den Bereich „Waldkraiburg West“ beschlossen, um in dem Bereich neuen Wohnraum zu schaffen. Das Plangebiet liegt nördlich der Staatsstraße 2352 „Inntalstraße“ und umfasst dort den derzeit noch unbebauten Bereich am westlichen Stadtrand Waldkraiburgs. Der BUND Naturschutz befürchtet, dass durch die Bebauung zwischen Aschau und Waldkraiburg ein „Siedlungsbrei“ entsteht.

In seiner Stellungnahme im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange kritisiert der Verband, dass die Planung nicht die „natürliche“ Grenze, also den vorhandenen Waldrand aufgreift, sondern dass sich die Bebauung weiter nach Norden auf die Ackerflächen ausdehnen soll. Dies lehnt der BUND Naturschutz ab. Denn die Gemeinde Aschau plant unmittelbar daneben ein Gewerbegebiet auf den Äckern seines Gemeindegebietes, so dass eine Trennung zwischen den Siedlungsbereichen der Stadt Waldkraiburg und der Gemeinde Aschau kaum noch zu erkennen wäre. Für eine landschaftsangepasste Siedlungsplanung müsste nach Ansicht des BUND Naturschutz der bestehende Waldrand mit einem Waldgürtel erhalten werden und auch in Zukunft den Stadtrand bilden.

Positiv sieht der Verband, dass als Ausgleich für die Rodung des Waldes in den Innauen bei Kraiburg eine Aufforstung erfolgt, so dass zumindest ansatzweise ein räumlicher Zusammenhang mit den Waldflächen Waldkraiburgs gewahrt bleibt.

Der Naturschutzverband bedauert, dass ein wertvoller Lebensraum bei der Planung völlig unter den Tisch gefallen ist: Große Teile des zukünftigen Baugebiets wurden schon vor mehreren Jahren abgeholzt und aufkommende Bäume immer wieder zurückgeschnitten. Dadurch ist ein überaus artenreicher „Niederwald“ mit einem Brom- und Himbeerdickicht entstanden, ein idealer Lebensraum für viele Vögel und Insekten. Gerade für Wildbienen spielen diese Beerensträucher eine große Rolle. Die geplante Aufforstung bietet hier keinen Ersatz, so der Verband und ein Ausgleich für den Verlust dieses speziellen Biotoptyps sei nicht vorgesehen.

Für Rückfragen:

Dr. Andreas Zahn
amtierender Vorsitzender der Kreisgruppe Mühldorf

Tel. 08638-86117

E-Mail: andreas.zahn@iiv.de


Umwelttaler des BUND Naturschutz 2020

Der neue Preisträger „Unkenschützer“ Werner Heidemann

Für sein Engagement im Amphibienschutz wird Werner Heidemann vom Trescherberg (Au am Inn) vom Bund Naturschutz mit dem Umwelttaler ausgezeichnet.

Er setzt sich schon lange für ein Unkenvorkommen in der Gemeinde Gars am Inn ein und sorgt dafür, dass diesem seltenen Lurch ein reicher Kindersegen beschieden ist. Im Umfeld seines Wohnortes gibt es ein Unkenvorkommen im Wald, das auf Fahrspuren und angelegte Tümpel angewiesen ist. Werner Heidemann kümmert sich seit vielen Jahren darum, dass passende Laichgewässer erhalten oder neu angelegt werden. Während viele andere Unkenvorkommen ums Überleben kämpfen, gedeiht der Bestand unter seinen Fittichen prächtig und breitet sich aus. Unterstützt wird Werner Heidemann von den Grundeigentümern, bei denen er für sein Anliegen auf offene Ohren stößt und die bei der Bewirtschaftung ihres Waldes auf die Unkenpfützen Rücksicht nehmen. Insbesondere werden die Kleingewässer vor Durchfahrung geschützt, wenn gerade Kaulquappen vorhanden sind. Im Winter werden sie neu verdichtet, damit sie im Sommer lang genug Wasser führen.

Der Umwelttaler wird schon seit 1990 von der Kreisgruppe Mühldorf des BUND Naturschutz für außergewöhnliche Leistungen im Natur- und Umweltschutz verliehen. Die Vorderseite des Taler ziert ein altes Mühldorfer Wappensiegel aus dem 16. Jhd., auf der Rückseite sind eine stilisierte Linde, das Symbol des Bund Naturschutz und ein Schmetterling als Symbol für die Natur zu sehen.

Bei der Verleihung des Umwelttalers durch den amtierenden Kreisvorsitzenden Dr. Andreas Zahn war auch Dirk Alfermann, Mitarbeiter des Projektes „allen Unkenrufen zum Trotz“ zugegen. Er betonte, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für den Schutz der Unke ist, da ihre natürlichen Lebensräume, wie insbesondere wilde Fluss- und Bachlandschaften zu selten geworden sind, um der Art das Überleben zu ermöglichen.


Freie Fahrt durch die Wildbienenwand?

Gemeinde Polling plant Wegeausbau in wertvollem Biotop

Ganz Bayern schützt 2020 die Bienen könnte man denken. „Ganz Bayern? Nein!" bedauert Andreas Zahn, amtierender Kreisvorsitzender des BUND Naturschutz. „Eine kleine Gemeinde im Landkreis Mühldorf scheint die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt zu haben". Bei Grünbach in der Gemeinde Polling soll ein Hohlweg mit beindruckenden Lehmwänden voller Wildbienen einem Wegeausbau zum Opfer fallen, damit ein einzelnes Gehöft besser erreicht werden kann. Für den BUND Naturschutz ist das absolut unverständlich. Es handelt sich um ein kartiertes Biotop, das einen wichtigen Lebensraum für gesetzlich geschützte Arten darstellt. Derart beeindruckende Hohlwege sind nach Ansicht der Naturschützer auch von kulturhistorischer Bedeutung und von hohem Wert für das Landschaftsbild.

Bereits im Vorfeld wurde allerdings durch die Fällung der Großbäume an der Hangkante der Lebensraum deutlich geschädigt. Die Gemeinde erklärte auf Anfrage, einen möglichst schonenden Ausbau durchführen zu wollen. „Doch aufgrund der engen räumlichen Situation, ist jede denkbare Variante mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lehmwände verbunden", ist sich Andreas Zahn sicher. Der Naturschutzverband befürchtet, dass der Ausbau nur deshalb so vorangetrieben wird, weil es derzeit dafür Zuschüsse gibt, die man nicht verfallen lassen möchte. Dabei gäbe es sogar eine weitere Zufahrtsmöglichkeit, die man ohne so eine Naturzerstörung optimieren könnte. Auch wenn hier Grundstücksverhandlungen länger dauern, sollte man diese Lösung wählen und die Bienenwand retten, fordert der BUND Naturschutz.

Dieser Ansicht ist auch die neue Gemeinderätin Lena Koch: „Kleinbäuerliche Betriebe zu unterstützen ist für mich genauso existenziell wie der Erhalt seltener Arten und hier sehe ich einen Weg, beides zu verwirklichen, Bienenschutz und verbesserte Hofzufahrt. Schließlich funktioniert Landwirtschaft nur in einem intakten Ökosystem". Gemeinden sollten jedenfalls mit gutem Beispiel vorangehen, findet der Bund Naturschutz und betont, dass man nicht vom Bürger Bienenschutz im Garten verlangen und die Landwirte zur Pflege von Blumenwiesen auffordern kann, wenn die öffentliche Hand bei solchen Projekten auf Kosten der Natur die einfachste Lösung wählt.


Ziegen fressen für Molch und Unke

Neue Beweidung in der Kiesgrube der Firma Langrieger bei Aschau

„Die Robinien haben sie schon angefressen“ freut sich Kiesunternehmer Anton Langrieger. Vor wenigen Tagen haben sieben Ziegen auf einem wilden Teil des Kieswerksgeländes bei Aschau Einzug gehalten, das die Firma Langrieger seit vielen Jahren für den Naturschutz zur Verfügung stellt. Der BUND Naturschutz kümmert sich um das Gelände, auf dem seltene Amphibienarten wie Kammmolch, Laubfrosch und Gelbbauchunke vorkommen. Aufgrund dieser Besonderheiten ist das Areal sogar als Natura 2000 Gebiet gemeldet und damit ein Teil des Europäischen Naturschutznetzes. Damit die besonnten Lebensräume der Amphibien nicht zu sehr beschattet werden und das angrenzende Kieslager nicht durch Blätter zu stark verunreinigt wird, ist eine regelmäßige Mahd des Schilfs und ein Rückschnitt von Robinien und anderen aufkommenden Bäumen erforderlich, was bisher von der Jugendwerkstatt JAGUS der Arbeiterwohlfahrt übernommen wurde. „Um diese mühsame Arbeit zu vereinfachen, setzen wir jetzt auf Ziegen“ erklärt Andreas Zahn, amtierender Kreisvorsitzender des BUND Naturschutz. „Ziegen fressen gerne Gehölze und wir haben bereits in unserer Kiesgrube bei Heldenstein sehr gute Erfahrungen mit diesen meckernden Landschaftspflegern gemacht“. „Und auch Schilf fressen sie gern“ staunt Ziegenhalter Simon Huber, der seine Tiere für das Projekt zur Verfügung stellt. Denn Bock Rosco sowie die Damen Svetlana, Lina, Lilly und Clementine mit ihrem Nachwuchs machten sich sofort nach dem Betreten der Weide über den zu dichten Schilfbewuchs her.

Entscheidend für die Realisierung des Projektes war eine Förderung durch die Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung, die es dem BUND-Naturschutz ermöglichte, den Weidezaun zu finanzieren. In Zukunft ist geplant, die Ziegen jedes Jahr im Hochsommer und Herbst auf der Fläche einzusetzen. Dann haben die Vögel ihre Brut abgeschlossen und auch die Laichzeit der Amphibien ist vorbei, so dass durch die Ziegen keine Störung der Tierwelt zu befürchten ist. Wie gut die Zurückdrängung der zu üppigen Vegetation durch diese Form der Ziegenbeweidung funktioniert, wird der BUND Naturschutz in den nächsten Jahren beobachten. Simon Huber ist sich jedenfalls sicher: „Die Ziegen sind auf ihrer neuen Weide höchst zufrieden“.


„Allen Unkenrufen zum Trotz“ erhält Auszeichnung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Das Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“, das auch den Landkreis Mühldorf umfasst, ist am Mittwoch, 22. Juli, als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden.

Diese Ehrung wird vorbildlichen Projekten zuteil, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen. Die Würdigung wurde durch das Bundesamt für Naturschutz an die Vertretungen der vier Träger BUND Naturschutz, Landkreis Freising, Landkreis Neuburg/Donau und Landkreis Altötting überreicht. Im Landkreis Mühldorf wird das Projekt von der Kreisgruppe des BUND Naturschutz vertreten. „Wir freuen uns sehr, auch im Namen der Unken“, meint dazu der amtierende Kreisvorsitzende Andreas Zahn.

Über 400 Biotope wurden im Projektgebiet für die Gelbbauchunke eingerichtet, mehrere Grundstücke für den Erhalt dieses kleinen Froschlurchs gesichert, rund 90 Menschen für den Schutz dieser Art ausgebildet – das kann sich als Bilanz aus den ersten vier Jahren des Projekts sehen lassen, heißt es vonseiten der Trägergemeinschaft. Im Landkreis Mühldorf wurde neben der Anlage von Gewässern auch die Pflege von Unkenlebensräumen durch Wasserbüffel finanziert.

Das bisher im Projekt Erreichte ist nach Ansicht der Naturschützer eine wichtige Unterstützung für die Unkenbestände, allerdings im Sinne einerNothilfe, wie Dr. Dorothea Friemel von der Unteren Naturschutzbehörde in Altötting feststellt. Denn die Gelbbauchunke ist in der Roten Liste der gefährdeten Arten Bayerns als stark bedroht eingestuft. Und das, obwohl ein Drittel der Weltpopulation dieser Art in Süddeutschland vorkommt. Deutschland hat dadurch eine besondere Verantwortung für ihren Erhalt. Erforderlich wurde das Artenhilfsprojekt aufgrund der Gefährdung der Lebensräume der Gelbbauchunke. Sie benötigt Kleingewässer wie Quelltümpel, Seigen in Wiesen und auf Viehweiden, aber auch Pfützen und wassergefüllte Fahrspuren für die Fortpflanzung. Diese Lebensräume sind auch im Landkreis Mühldorf selten geworden, die Unke ist aus weiten Teilen des Landkreises verschwunden.

„Früher ist diese Vielfalt an Kleingewässern in den dynamischen Flüssen und Auen immer frisch entstanden“, betont Dr. Christine Margraf, stellvertretende Landesbeauftragte des Bund Naturschutz in Bayern e. V. (BN), der mit seinen Kreisgruppen in allen sechs Landkreisen Träger des Projekts ist. „Heute sind die meisten Flüsse baulich so verändert und die Dynamik so eingeschränkt, dass dieser Prozess kaum mehr wirkt.“ Auch in den Bereichen der Forst- und Landwirtschaft entstehen zu wenig Pfützen für die Gelbbauchunke, oder sie werden schnell wieder verfüllt. Ein Übriges tut der Klimawandel: Ist es heiß und trocken führen Kleingewässer nicht lang genug Wasser, um das Aufwachsen der Unkenkaulquappen zu ermöglichen. „Die letzten Sommer waren für die Unken im Landkreis Mühldorf sehr schlecht“ stellt dazu Andreas Zahn fest. „Erst in diesem Jahr besteht aufgrund der Regenfälle wieder einmal Hoffnung für den Unkennachwuchs“.

Ein Ziel des Projekts ist es, die verinselten Vorkommen der Unke über den großen Raum von sechs Landkreisen zu vernetzen – neben Altötting, Freising und Neuburg sind dies Mühldorf, Erding und Pfaffenhofen. In allen sechs Landkreisen sind die BN-Kreisgruppen und die ehrenamtlichen Unkenpatinnen und -paten aktiv, um die Lücken zu schließen. Sie prüfen im Frühjahr, ob geeignete Gewässer vorhanden sind, im Sommer, ob die Kaulquappen sich entwickeln können und einige Wochen später, wie viele ausgewachsene Unken überlebt haben. Infoveranstaltungen und Vernetzungstreffen sorgen dafür, dass sich die vielen Ehrenamtlichen auch über die Projektlaufzeit hinaus mit um die Unkenvorkommen kümmern können. Diese Aktivitäten haben die UN-Dekade-Fachjury nachhaltig beeindruckt. Schließlich hat die Dekade zum Ziel, möglichst viele Menschen für den Schutz und den Erhalt der Biodiversität zu begeistern. Im Landkreis Mühdorf stehen die Chancen dafür nicht schlecht.


Die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Ein breit verankertes Bewusstsein in unserer Gesellschaft für den großen Wert der Biodiversität ist eine wichtige Voraussetzung. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und die Chancen, die sie uns bietet. Gleichzeitig zeigen diese Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt biologischer Vielfalt, zu ihrer nachhaltigen Nutzung oder der Vermittlung praktisch aussehen können. Über die Auszeichnung von Projekten entscheidet eine unabhängige Fachjury, an der Vertreter/innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind. Informationen zur UN-Dekade sind online bei der Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt unter www.undekade-biologischevielfalt.de zu finden.


Hintergrundinformationen zu „Allen Unkenrufen zum Trotz“

Gefördert wird das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und durch den Bayerischen Naturschutzfonds. Die Trägerschaft haben die Landkreise Altötting, Freising und Neuburg-Schrobenhausen sowie der BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) mit sechs Kreisgruppen in Altötting, Erding, Freising, Mühldorf a. Inn, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen a. d. Ilm übernommen. Die Landkreise Altötting, Freising, Neuburg-Schrobenhausen sowie der BUND Naturschutz in Bayern e.V. haben zum Zweck der Umsetzung des Projektes eine Trägergemeinschaft gebildet, für die der Landkreis Freising die Geschäftsführung übernommen hat. Insgesamt fließen in fünf Jahren 670.000 Euro in verschiedene Maßnahmen, so dass sich die Bestände der Gelbbauchunke bis zum Ende der Laufzeit am 30. Juni 2021 möglichst erhöht haben werden.

Weitere Informationen

www.gelbbauchunke-bayern.de
biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/allen-unkenrufen-zum-trotz.html


Pfingsturlaub in Bayern – damit die Natur nicht unter die Räder kommt

In den Pfingstferien wird ein großer Andrang an den bekannten Hotspots der Bayerischen Ausflugsziele erwartet. Der BUND Naturschutz (BN) rechnet nicht nur mit einem Verkehrschaos sondern befürchtet auch eine räumliche und zeitlicher Belastung vieler seltener Arten. Der BN rät daher zu alternativen Ausflugszielen in der Umgebung.

Die Ausgangsbeschränkungen der letzten Wochen haben nach Auffassung des BN gezeigt, wie wichtig intakte Naherholungsgebiete, Frischluftschneisen und erholsame Landschaften in unserer unmittelbaren Umgebung sind. Die Kreisgruppe hat sich jahrzehntelang für den Schutz unsere Kulturlandschaft mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt eingesetzt. Im Landkreis Mühldorf gibt es viel zu sehen. Auf Radtouren im Inntal kann man die alten Buchenwälder an den Innleiten bewundern, die als Natura2000-Gebiet unter Schutz stehen. Bei Mühldorf und Ebing nagt der wilde Inn bei dank der Renaturierung durch die Wasserwirtschaft bei Hochwasser eindrucksvoll an seinen Ufern. Bei Königswart hat sich der Inn tief in den Jungmoränengürtel eingegraben und ein tiefes Tal geschaffen. Der Toteiskesselweg des BUND Naturschutz bei Haag führt in die Vergangenheit unserer Region und veranschaulicht das Wirken der Eiszeit. Auch dem Stampflberg mit seinen Blumenwiesen und den Yaks kann man einen Besuch abstatten und das Isental ist ebenfalls einen Besuch wert: Bei Walkersaich sind dank des Projekts Natur.Vielfalt.Isental bunte Feuchtwiesen entstanden und bei Gaymoos haben sich die nassen Weiden auf den Flächen der Autobahndirektion zu einem wertvollen Brutgebiet seltener Vögel entwickelt. Natürlich empfiehlt der BUND Naturschutz auch einen Besuch seiner Projektgebiete, der Kiesgrube bei Heldenstein und der Wasserbüffelweide in Jettenbach. An beiden Orten gibt es Beobachtungstände mit Informationen zu den Projekten. Doch appelliert der BN bei allen Ausflügen in die Natur die Empfehlungen und Gebote der Besucherlenkung, v.a. in Schutzgebieten zu beachten. Besonders wichtig ist es auf Wegen zu bleiben. Viele Tiere sind gerade jetzt damit beschäftigt, ihre Jungen aufzuziehen oder eine zweite Brut auszubrüten, sie sind jetzt besonders störanfällig. So wurde die Brut des Flussregenpfeifers auf den Kiesbänken am Inn von Erholungssuchenden bereits vereitelt.

Wer weitere Reisen plant, den bittet der BUND Naturschutz zusätzlich:

  • Bleiben Sie mehrere Tage in ihrer Urlaubsregion: Im Gegensatz zum Tagestourismus lohnt sich die Anreise mehr, kann man die Urlaubsregion vielfältiger und entspannter erkunden und somit hat auch die lokale Wirtschaft mehr davon.
  • Nutzen sie zur Anreise Bahn und Bus unter Einhaltung der entsprechenden Schutzvorschriften, denn es ist auf Grund der internationalen Reisebeschränkungen gerade in Urlaubsregionen mit einem besonders hohen Verkehrsaufkommen zu rechnen.

Pferde im Auwald - neues Beweidungsprojekt in Waldkraiburg

„Das ist für uns ein Experiment“, stellt Johanna Ostermeyer vom Sachgebiet Wasser-bau und Gewässerentwicklung am Wasserwirtschaftsamt Rosenheim fest. „Wir hoffen, dass sich die derzeitige Springkrautwüste in eine naturnähere Auenvegetation umwandelt“.

Aus diesem Grund grasen nun drei Pferde im Auwald bei Wörth auf der Fläche eines ehemaligen Dammwildgatters. Auf Anregung des BUND Naturschutz hat das Wasserwirtschaftsamt dort jetzt eine Weide eingerichtet. Die Tiere sollen durch Tritt und Fraß die dichte Hochstaudenflur auflockern, so dass Auenpflanzen wieder besser keimen können. „Das bei uns ursprünglich als Gartenpflanze eingeführte Indische Springkraut hat die Fläche erobert und unterdrückt nun viele typische Arten der Auenvegetation“, erklärt Andreas Zahn, Kreisvorsitzender des BUND Naturschutz. Durch die Beweidung dürfte es beim Aufwachsen gestört werden, so dass andere Pflanzen eine Chance bekommen. Beweidung hat aus Sicht der Naturschützer noch viele weitere Vorteile. Durch den Pferdemist werden viele Insekten angelockt, die wiederum als Nahrung für Vögel wichtig sind. Und der Strukturreichtum der Fläche wird erhöht, so dass unterschiedlichen Tierarten ein Lebensraum geboten wird.

 „Meine Pferde finden es hier toll“ erklärt ihre Besitzerin Bettina Rolle, die vom BUND Naturschutz zur Beteiligung an dem Projekt gewonnen werden konnte. Sie half bei der Aufstellung des Zaunes, unterstützt von ehrenamtlichen Helfern der BUND Naturschutz Kreisgruppe sowie von Otto Danner, der als „Bufdi“ bei den Naturschützern tätig ist.

Die drei Stuten Pocahontas, Tenda und Malva werden ab jetzt tageweise in der Aue ihre Arbeit als Landschaftspfleger verrichten. „Wenn zu viele Stechinsekten auftreten, haben sie Pause und auch wenn es gilt, Vogelbruten zu schützen“ betont Bettina Rolle.

Große Weidetiere spielten in den Auen früher eine wichtige Rolle. Hirsch, Auerochse und Wisent fanden im Winter in den Flusstälern mehr Futter als auf den Höhen. Später trieben die Hirten ihre Herden in die nahrungsreichen Auen und schufen dort eine artenreiche Kulturlandschaft. Viele Tier- und Pflanzenarten der Auen sind daher an Beweidung angepasst. So gehören die Save-Auen in Kroatien, in denen noch immer Schweine, Pferde und Rinder weiden, zu den naturschutzfachlichen Höhepunkten Europas. Weidetiere zurück in die Auen zu bringen, trägt daher auch dazu bei, eine alte Kulturlandschaft wieder aufleben zu lassen. Johanna Ostermeyer will das Experiment aufmerksam beobachten. Wasserwirtschaftsamt und Naturschutz hoffen, dort wichtige Erkenntnisse für weitere Projekte zu gewinnen.


Waldkraiburg: Jede Menge Kröten

Auf Brautschau sind derzeit einige hundert Erdkrötenmännchen in Waldkraiburgs Parkanlagen. Wie der BUND Naturschutz feststellte, besteht seit Jahren im Stadtpark und auch im Siemenspark ein bedeutender Krötenbestand.

Bei jährlichen Zählungen der Männchen Anfang März werden die Tiere vom BUND Naturschutz erfasst. „Die Weibchen sind viel heimlicher und kommen nicht jedes Jahr zum Laichgewässer“ so Amphibienexperte Dr. Andreas Zahn. „Die Männchen warten am Ufer auf die Damen und können dabei gut beobachtet werden“. Ihre Anzahl ist daher eine Kenngröße des Amphibienbestandes. 2020 wurden im Stadtparkteich 213 und im Siemenspark 192 Tiere gezählt. Maximal waren es in den Vorjahren 613 Krötenherren im Stadtpark und 455 im Siemenspark (vgl. Abbildung). Rechnet man die Weibchen und noch nicht geschlechtsreifen Jungtiere ein, dürften in beiden Parkanlagen bis über 1.000 Erdkröten leben. Die geringen Zahlen in diesem Frühjahr dürften an den trockenen Sommern der letzten Jahre liegen, denn bei Trockenheit haben die Jungkröten im Sommer und Herbst schlechtere Überlebenschancen und damit nehmen die Bestände ab.

Daneben kommen auch Berg- und Teichmolch in den Parkgewässern vor. Sie besiedeln besonders den kleinen, im Winter abgelassenen Teich neben dem großen Stadtparkweiher, da hier keine Fische leben, die den Molchlarven nachstellen. Der Grasfrosch ist aus diesem Grund schon vor etlichen Jahren ausgestorben: Seine Kaulquappen werden von Goldfischen liebend gerne gefressen, im Gegensatz zu denen der Kröten.

Dass so bedeutende Amphibienbestände in Waldkraiburgs Parkanlagen leben, ist nach Ansicht des BUND Naturschutz ein gutes Zeichen, spricht es doch für eine erhebliche Naturnähe. Der Naturschutzverband appelliert zugleich an Gartenteichbesitzer, keine Fische in ihre Teiche einzusetzen oder fischfreie Zweiteiche anzulegen, da Fische die Larven der meisten Amphibienarten vertilgen.


Ein Paradies für Wildbienen – die Kiesgrube des BUND Naturschutz bei Heldenstein

71 Wildbienenarten hat der Bienenexperte Erwin Scheuchl im letzten Jahr in der Kiesgrube des BUND-Naturschutz nachgewiesen. Darunter waren zwei in Bayern vom Aussterben bedrohte und acht in Bayern oder der Region gefährdete Arten.
 

Möglich wurde diese Untersuchung dank einer Förderung durch die Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung. Nun liegt der Bericht über die Studie der Kreisgruppe des BUND-Naturschutz vor. „Wir freuen uns sehr über die Ergebnisse“ erklärt der amtierende Vorsitzende der Kreisgruppe Dr. Andreas Zahn. „Sie belegt, dass die Beweidung der Kiesgrube mit Rindern und Ziegen der richtige Weg ist, um die Artenvielfalt zu fördern. Entscheidend für diese Form der Landschaftspflege ist die Kooperation mit engagierten Landwirten, die ihre Tiere als für das Projekt zur Verfügung stellen.

Gerade für Wildbienen sind aber noch weitere Faktoren wichtig betont Erwin Scheuchl in seinem Bericht: In der Grube besteht ein Mosaik aus Hügeln und Hängen, die stellenweise durch die Weidetiere offen und besonnt gehalten werden. Hier finden im Boden nistende Wildbienen optimale Lebensstätten. Da die Zahl der Weidetiere nicht zu hoch ist, wird nicht alles abgefressen und es bleiben viele angebissene oder abgebrochene Stauden stehen. Diese „Unordnung“ schafft ein reiches Angebot für jene Wildbienenarten, die ihre Nester in hohlen Pflanzenstängeln anlegen. Im Gegensatz zu Mähwiesen sind zudem Blüten auf der Weide ständig vorhanden, so dass die Bienen einen reich gedeckten Tisch vorfinden.

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse will der BUND-Naturschutz die Pflege noch gezielter durchführen und insbesondere weitere Steilwände für Wildbienen anlegen.