Bund Naturschutz Kiesgrube

v. li.: Christiane Mayr, Reg. v. Obb. Dr. Andreas Zahn BN, Roland Schaub ADS, Dr. Marcel Huber, Umweltminister, Peter Rottner, BN Landesgeschäftsführer, Gerd Ruchlinski, BN, Christine Herfort, UNB, Jutta Gölkel, BN.

Einweihung der Beobachtungshütte

Baumaschinen gibt es in der BN-Kiesgrube an der Kreisstraße MÜ 25 bei Haigerloh schon lange nicht mehr. Nach der Stilllegung ist die Grube zu einem Rückzugsgebiet für die Natur geworden. Ohne zu stören, kann der Besucher nun das Leben in der Kiesgrube verfolgen — von der Beobachtungshütte. Diese wurde am Wochenende offiziell eröffnet. Hier habe die Natur Platz, sich selber zu entwickeln, wie die beiden Vorsitzenden Gerd Ruchlinski und Dr. Andreas Zahn bei der Eröffnung sagten. Auch Umweltminister Dr. Marcel Huber sprach von einer guten Lösung, die Besonderheiten der Natur zugänglich zu machen, gleichzeitig aber der Natur ihre Sicherheit zu lassen. Peter Rottner, Landesgeschäftsführer des Bund Naturschutz, lobte die geleistete Arbeit. „Offenlandgebiete zu fördern, ist nur mit Pflege zu schaffen", sagte er. Die extensive Beweidung sei die beste Möglichkeit. Auch die Autobahndirektion Südbayern ist zu einem kleinen Teil in das Projekt eingebunden — als Ausgleichsfläche für den Bau der A94 bei Ampfing. Neben Eigenmitteln der BUND Kreisgruppe wurde der größte Teil der Bausumme durch den Freistaat Bayern und EU Mittel gefördert.

 

Die Ziegen sind da!

Lange hat es gedauert, bis das neue Konzept für unsere Kiesgrube an der MÜ 25 bei Heldenstein umgesetzt werden konnte. Der Zaunbau für die Ziegen war schwieriger als erwartet. Aber nun ist es soweit: eine kleine Herde von Tauernschecken wird die Galloways in der Landschaftspflege unterstützen und vor allem die Gehölze klein halten. Hier geht es zum Pressebericht.

Optimierung des Biotops BN Kiesgrube

Uferschwalbennistwand mit neuem Gewässer

 

 

Durch den Bau einer für Uferschwalben geeigneten Nistwand sollen dieser Vogelart geeignete Brutplätze angeboten werden. Die Tiere wurden schon mehrfach beobachtet und in früheren Jahren haben sie in der Kiesgrube bereits gebrütet.

 

Dank der Unterstützung der heimischen Zeidler-Stiftung können wir das Biotop BUND Kiesgrube weiter optimieren. Noch im Herbst 2012 konnte ein neuer Weiher in Angriff genommen werden. Er kann gut von der neuen Beobachtungshütte eingesehen werden.

Amphibienschutz durch Beweidung

Rinderfraß hält die Gewässer bewuchsfrei
Der Nordhang mit Rosmarin-Weidenröschen
Tauernschecken bei der "Arbeit"
Öffentliche Beobachtungshütte

BEWEIDUNG IN DER BUND NATURSCHUTZ KIESGRUBE

Die Bund Naturschutz-Kiesgrube zählt zu den wichtigsten Amphibienlebensräumen im Landkreis Mühldorf. In unserer Kiesgrube betätigen sich Rinder und Ziegen als Landschaftspfleger. Durch ihren Fraß und Tritt entsteht ein vielfältiger Lebensraum: Gehölze oder hohe Stauden wechseln mit kurz gefressenen Gras- und Kiesflächen. Die bunte Pflanzenwelt ist die Lebensgrundlage für zahlreiche Tierarten. Ohne Beweidung würde dichter Wald entstehen, kein geeigneter Platz für die hier vorkommenden seltenen Arten. Nach dem Ende des Kiesabbaus Anfang der 90er Jahre begannen Bäume wie Weiden und Birken die Grube zu erobern. Doch hatten sich während des Kiesgrubenbetriebs zahlreiche schützenswerte Arten wie die Ödlandschrecke angesiedelt, die eine Beschattung durch Gehölze nicht ertragen. Zudem wuchs dichtes Röhricht an den Gewässern. Gefährdete Lurche wie Gelbbauchunke und Laubfrosch benötigen aber besonnte, offene Laichgewässer – ihr Lebensraum war bedroht.


Der BUND Naturschutz konnte die Grube dank einer Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds erwerben. Um die völlige Bewaldung zu verhindern und Trockenhänge sowie besonnte Gewässer zu erhalten, wurde 1999 mit der Rinderbeweidung begonnen. Da die Rinder die Gehölze auf Dauer nicht ausreichend dezimieren konnten, werden seit 2011 zusätzlich Ziegen eingesetzt.

Unsere Ziegen haben Gehölze zum Fressen gern! Es sind Tauernschecken, eine widerstandsfähige Gebirgsziege. Sie zählt aufgrund ihrer Seltenheit zu den bedrohten Haustierrassen. Die gut kletternden Ziegen halten Gehölze sogar auf den steilen Südhängen in Schach, die zu den wertvollsten Lebensräumen in der Kiesgrube zählen. Sie erinnern an die verschwundene Wildflusslandschaft am Inn. Hier blüht das Rosmarin-Weidenröschen. Die Blauflügelige Ödlandschrecke sowie die Zauneidechse leben hier. Als Verstecke für die Eidechsen und zahlreiche andere Arten haben wir in der Kiesgrube viele Stein- und Holzhaufen angelegt. Auch viele neue Tümpel für Amphibien und Libellen haben wir geschaffen.


In der Beobachtungshütte am Rand der Kiesgrube informieren Schautafeln über das Projekt. Hier haben wir eine Wiese mit der Saatgutmischung „Blühendes Inntal“ angelegt. Die Grube steht unter Naturschutz und ist Teil eines FFH-Gebiets. Aktuelle Informationen über das Projekt erhalten Sie in der Beobachtungshütte an der Kiesgrube und in unserer Geschäftsstelle.

Wildtiere in der Kiesgrube

Gelbbauchunke
Erdkröten
Laubfrosch
Wechselkröte
Neuntöter
Azurjungfer
Bachstelze
Königslibelle
Pechlibelle
Südlicher Blaupfeil
Rotfuchs
Rebhuhn
Feldhase
Feldsperling
Star
Türkentaube
Zilpzalp
Blauflüglige Ödlandschrecke
Zauneidechse