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Ausflug in die Ampfinger Toskana: im Weideparadies der Ziegen

Endlich wieder Besuch – rund 30 Besucherinnen und Besucher wanderten bei sommerlichen Temperaturen mit den BUND Naturschutz-Ziegen durch die mediterran anmutende Weide bei Ampfing.

Sie genießen ihr freies Leben auf der Weide des BUND Naturschutz in vollen Zügen, aber Besuch und viele Streicheleinheiten sind den Ampfinger Ziegen immer höchst willkommen. Das erlebte die große Gruppe, die trotz hoher Temperaturen den fleißigen vierbeinigen Landschaftspflegern einen Besuch abstattete. Der BUND Naturschutz hatte zum Abendspaziergang in seine Kiesgrube eingeladen und Ziegenkontakt versprochen. Thüringer-Wald-Ziegen, Tauernschecken – darunter die beiden jüngsten Asterix und Obelix – und die Toggenburger-Ziegen-Dame ließen sich ausgiebig streicheln – und führten die „Reisegruppe“ durch ihr Paradies.

Auf schmalen Pfaden wanderte der Besuch durch die Weide des BUND Naturschutz. Dort erhalten die Ziegen zusammen mit Galloway- Rindern einen artenreichen Lebensraum für viele selten Arten. Die Teilnehmenden erfuhren vom BN-Kreisvorsitzenden Andreas Zahn, wie wichtig dabei gerade die Ziegen sind: „Sie klettern auf Hänge, die von den Rindern nicht betreten werden und schaffen – mit dem Po – Nistplätze für Wildbienen. Rund die Hälfe ihrer Nahrung besteht aus Zweigen und Blättern von Gehölzen. Ohne ihren „Bock auf Sträucher“ würde die ehemalige Kiesgrube völlig zuwachsen, zum Nachteil von Unke, Eidechse & Co., die sich sonnige Lebensräume wünschen.“

Weil Sträucher und Kräuter ständig beknabbert werden, entstehen sehr dichte niedrige Gebüsche. Ein ideales Versteck für viele Tiere. In der ehemaligen Kiesgrube des BUND Naturschutz entwickelt sich so eine Weidelandschaft, wie sie früher typisch für Bayern war. Jedes Dorf hatte seine Almendweide, wo Tiere aller Arten gemeinschaftlich gehütet wurden. Heute ersetzt der Elektrozaun den Hirten, doch Artenreichtum und Erlebniswert der Landschaft in der Abbaustelle erinnert so manche Besucher an die von Schafen und Ziegen geprägten Landschaften am Mittelmeer, an denen man sich im Urlaub erfreut.

So schön die bayrische Toskana in Ampfing ist, macht sich die Dürre leider auch dort bemerkbar. Erste Bäume, vor allem Birken, sterben ab. „Die Wasserversorgung für die Ziegen und Rinder ist gesichert. Aber die Tümpel für die Amphibien zu erhalten kostet viel Aufwand“, so Andreas Zahn. „Bayern trocknet aus, der Wald leidet und Äcker verdorren. Wir hoffen, dass jetzt auch die Politik aufwacht und Klimaschutz wieder in den Vordergrund stellt. Wenn wir jetzt handeln, können hoffentlich auch noch unsere Enkel Ziegen, Frösche und Bienen auf den wilden Weiden des BUND Naturschutz erleben.“


Mit der Ortsgruppe Aschau unterwegs

Auf dem Muskatellersalbei erleben wir mehrere Exemplare der schönen Schwarzblauen Holzbiene, er hilft unter anderem gegen Schwellungen, zur Wundheilung, gegen Husten und wird in der Frauenheilkunde eingesetzt. Mädesüß schmeckt großartig in Bayrisch Creme und ist wie Reinfarn und vieles andere gut zum Räuchern geeignet, Griechischer Bergtee wächst auf magerem, kiesigen Boden und ist beruhigend, antibakteriell und entzündungshemmend. Die pflegeleichte Streuobstwiese mit Hochstamm- Bäumen wurde mit dem Landschaftspflegeverband und BUND Naturschutz verwirklicht und das bekömmliche Urgetreide wird über die Draxmühle vermarktet.

Die Ortsgruppe Aschau am Inn vom BUND Naturschutz organisierte eine Fahrt nach Gallenbach. Dort führte der Biobauer und Kräuterpädagoge Hilarius Häußler die naturinteressierte Gruppe durch den weitläufigen Kräuter- und Gemüsegarten, durch die Streuobstwiese und zu Urgetreide- und Kräuterfeldern. Trotz großer Hitze genossen alle die Eindrücke mit allen Sinnen, denn die leckere hauseigene, kühle Kräuterlimonade sorgte für die nötige Erfrischung. Als kulinarischer Abschluss gab es hervorragende „Ofenschubser“ mit Kräutern unter den schattenspendenden Bäumen.

Wer mehr erfahren möchte, meldet sich bei Familie Häußler zu einer Führung an, die mehrmals im Jahr zu verschiedenen Themen gebucht werden kann. In der Ortsgruppe sind schon weitere Führungen in Gallenbach gewünscht: zum Räuchern mit Kräutern und DIY- Workshop zu Naturkosmetik!

Die Ortsgruppe Aschau am Inn vom BUND Naturschutz bedankt sich für den schönen Vormittag bei Familie Häußler. 

Wer gerne für die Natur aktiv werden möchte und Führungen besuchen, Naturgarten gestalten, Kinderaktionen begleiten oder Naturweiher und Wilde Weide pflegen möchte, meldet sich gerne bei Christine Huber unter huber.christine.marc@t-online.de


Versammlung der Mühldorfer Kreisgruppe des BUND Naturschutz: von Kröten, Bibern und Kühen

Die Kreisgruppe Mühldorf des BUND Naturschutz traf sich Anfang April im Landgasthof Roßkothen zur Jahreshauptversammlung. Über 60 aktive Naturschützer blickten auf ein erfolgreiches Jahr zurück und diskutierten kommende Projekte. Philipp Wagner und Patrick Schuller von der Unteren Naturschutzbehörde berichteten über ihre Arbeit im Landkreis.

Seit einem halben Jahrhundert bringt der BUND Naturschutz Ehrenamtliche im Landkreis zusammen, um sich für Flora, Fauna und eine gesunde Umwelt einzusetzen. Auch 2025 organisierten die örtlichen Gruppen zahlreiche Aktionen und Events, wie Dr. Andreas Zahn, Vorsitzender der Kreisgruppe, berichtete. In seiner Rückschau berichtete er von 39 Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmenden und einem vielfältigen Programm für die Öffentlichkeit. Vom Besuch bei den Ziegen in der BUND Naturschutz Kiesgrube über Naturführungen bis zur spielerischen Umweltbildung bei den „Prima Klima Kids“ konnten Jung und Alt Natur auf vielfältige Weise erleben. Zudem legten viele Freiwillige Hand an, zum Beispiel bei der Betreuung der Amphibienzäune, bei der Ausholzaktion in der BN Kiesgrube oder beim Anlegen einer Streuobstwiese.

Finanziell steht die Kreisgruppe laut Kassenbericht weiterhin auf soliden Füßen, auch wenn die Spendeneinnahmen noch unter dem Niveau vor der Pandemie liegen. Um künftig größere Projekte umzusetzen, diskutierten die Mitglieder neue Ansätze wie Crowdfunding.

Im angekündigten Highlight des Abends klärten Philipp Wagner und Patrick Schuller von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Mühldorf in ihrem Vortrag „Bauen, Biber, Blumenwiesen“ über ihre Arbeit auf. Die Behörde sorgt für den Schutz einzigartiger Landschaften, wie dem „Thalhammer Moos“ und der renaturierten Toteiskessel im Haager Land. Zudem beantworteten die Fachexperten Fragen zu Ausgleichsflächen, der Biberpopulation und der Beseitigung von illegal entsorgtem Müll. Beide luden ein, die Beratungsangebote zu nutzen und bei Fragen auf die zuständigen Vertreter des Landkreises zuzugehen. 

Kreisvorsitzender Dr. Andreas Zahn bedankte sich herzlich bei den Vortragenden und auch allen anderen Partnern und Ehrenamtlichen: „Eine so gute Zusammenarbeit ist nicht selbstverständlich. Ich freue mich sehr, dass wir so engagierte Menschen hier im Naturschutz haben.“

Zum Abschluss der Versammlung kündigte der Vorsitzende die Vorbereitung eines neuen Weideprojektes an. „Durch eine naturnahe Beweidung schaffen wir Lebensraum für Insekten. Davon profitieren viele Arten wie Fledermäuse.“ Die Kreisgruppe beteiligt sich dabei an einem bayernweiten Projekt, in dessen Rahmen Rinder, Pferde und Wasserbüffel als Landschaftspfleger in Feuchtgebieten eingesetzt werden.


Weiher und Tümpel durch Klimawandel schon stark geschädigt

Der BUND Naturschutz schlägt Alarm. Viele Gewässer im Landkreis Mühldorf sind durch den Klimawandel bereits stark geschädigt.

Weiher und Moore trocknen aus, Tiere und Pflanzen der Feuchtgebiete sind gefährdet. Verstärkte Anstrengungen beim Wasserrückhalt und der Energiewende sind nach Ansicht des BUND Naturschutz das Gebot der Stunde. 

„Nicht nur die Gärten vertrocknen, auch unsere Feuchtgebiete sind in großer Not“ so Doris Anzinger-Pohlus, zweite Kreisvorsitzende der Kreisgruppe Mühldorf des BUND Naturschutz. „Wo Moore austrockenen, Quellen und Tümpel versiegen, sterben ganze Lebensgemeinschaften. Wasserschlauch, Moorlibellen, Kammmolch, alle sind bedroht“.

Aufgrund der Hitze und geringer Niederschläge sind die Wasserstände vieler Weiher, Moore und Bäche extrem niedrig. Im Landkreis Mühldorf wird dies vor allem im Isental und in den Jungmoränen zwischen Unterreit und Haag festgestellt. Dort wo Weidtiere wie Rinder und Wasserbüffel als Landschaftspfleger tätig sind, wird es immer schwieriger, ihre Wasserversorgung sicherzustellen. Aber auch Pfützen auf Waldwegen und in Abbaustellen trockenen aus. Damit verlieren Wildtiere ihre Tränke und für die Gelbbauchunke fällt die Fortpflanzung aus. 

Das Niederschlagsdefizit verbunden mit der verstärkten Verdunstung während langer Hitzeperioden hat die Landschaft ausgetrocknet, die Grundwasserstände sinken. Dadurch verschärft sich auch im Landkreis Mühldorf die Krise im Artenschutz. Arten der Feuchtgebiete sind auf dem Rückzug. Experten des BUND Naturschutz haben Rückgänge vieler Moorlibellen und Amphibien festgestellt. Dramatisch abgenommen haben etwa Grasfrosch und Kleiner Wasserfrosch. Schlimmer noch: Die Trockenheit verändert die Lebensräume nachhaltig. Kreisvorsitzender und Artenschutzexperte Dr. Andreas Zahn erklärt: „Sinken Wasserstände in Mooren und Kleingewässern, werden die typischen Sumpfpflanzen durch andere Arten verdrängt, Brennnessel und Springkraut machen sich breit“. Der BUND Naturschutz fordert verstärkte Anstrengungen im Biotopschutz. „Wir brauchen endlich einen konsequenten Wasserrückhalt in der Landschaft“, so Andreas Zahn. Der BUND Naturschutz wirft der Regierung vor, Konzepte und Pläne für die Schublade zu erstellen. „Großflächig ändert sich in Bayerns Landschaften viel zu wenig, Wasser wird abgeleitet und nicht zurückgehalten, einige schöne Modellprojekte reichen nicht“. Entwässerungen müssen nach Ansicht des BUND Naturschutz rückgebaut und Moore vernässt werden. Wo der Biber durch Dämme den Wasserrückhalt verbessert, ist dies wo immer vertretbar zu dulden, die Grundeigentümer sind zu entschädigen. 

Isolierte Weiher und kleine Moore ohne großes Wassereinzugsgebiet werden sich dadurch jedoch nicht retten lassen, fürchtet der BUND Naturschutz. Nur durch eine beschleunigte Energiewende und die Eindämmung des Klimawandels besteht für manche dieser Biotope noch Hoffnung. Dazu Doris Anzinger-Pohlus: „Wir wollen, dass auch unsere Enkel die Chance haben, Wasserfrosch und Wasserschlauch nicht nur in den Weiten des Internets sondern live in Weihern und Tümpeln entdecken zu können“.


Feuerwehr als Amphibienretter

BUND Naturschutz Kiesgrube mit 10.000 Litern aufgefüllt!

“Die Feuerwehr rettet Leben”, sagt Sven, Zugführer bei der Feuerwehr, “selbstverständlich auch, wenn es um Amphibien geht”! Durch die Trockenheit ist der Bestand von Laubfröschen und Gelbbauchunken aktuell gefährdet. Es trocknet ganz einfach die Kinderstube der Amphibien aus. In der abwechslungsreichen Weidelandschaft, die der BUND Naturschutz bei Niederheldenstein über Jahrzehnte in einer ausgedienten Kiesgrube angelegt hat, gibt es verschiedene Gewässer. Sie sind das Zuhause der Frösche und dienen darüber hinaus den Weidetieren als Tränke. Die Tümpel werden von Regenwasser gespeist. Aber was, wenn es über Wochen nicht regnet? “Dann sterben alle Nachkommen von Laubfröschen und Unke”, erklärt der Biologe Dr. Andreas Zahn, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe: “So etwas kommt immer wieder vor. Aber seit Jahren schrumpfen die Bestände, daher müssen wir eingreifen, um den Arten zu helfen.” Mit 10.000 Litern Wasser hat die Feuerwehr ausgeholfen. Das sollte erst einmal reichen, um zumindest die Froschbabies durch die Dürre zu bringen. Das Leben der Laubfrösche und Gelbbauchunken in der ehemaligen Kiesgrube wurde mit dieser Aktion der Feuerwehr Waldkraiburg gerettet.


BUND Naturschutz für Schutz landschaftsprägender Bäume

„Wir pflanzen einen Baum“ das ist das Motto einer großen Gemeinschaftsaktion im Landkreis Mühldorf, bei der jedes Jahr viele Akteure neue Bäume in die Landschaft bringen. Besonders der Wert einzelner landschaftsprägender Bäume wird dabei herausgestellt. Sind die Bäume aber erst mal größer, werden sie dann doch oft kritischer gesehen. Gerade an Feldwegen sind sie den immer größer werdenden Landmaschinen im Weg. Dass hier ein völlig freies Wachstum der Krone nicht immer möglich ist, sieht auch der BUND Naturschutz ein. Doch bittet der Verband alle für Bäume in der Landschaft Verantwortlichen nicht einfach zur Motorsäge zu greifen und das „störende Objekt“ zu beseitigen, wie es in einem aktuellen Fall am Bach Howaschen in der Gemeinde Aschau geschehen ist. Hier wurde eine gesunde Esche zunächst völlig unsachgemäß eingekürzt und schließlich ganz gefällt. Der schöne Apfelbaum auf der anderen Seite der Howaschen-Brücke verlor bei dieser Gelegenheit auch sein Leben. Beide Bäume standen landschaftsprägend in der freien Feldflur. Vogelnester wurden regelmäßig festgestellt und so manche Spaziergänger übten hier im Herbst ihre körperliche Geschicklichkeit um an einen der Äpfel zu gelangen. Nach Ansicht des BUND Naturschutz bedeutet die Baumfällung einen echten Verlust für Mensch und Natur. Durch einen sachgemäßen Rückschnitt hätte er vermieden werden können. Ein Ausgleich durch Neupflanzungen, so wünschenswert er wäre, würde zu Lebzeiten der meisten Spaziergänger an der Howaschen kaum wieder landschaftsprägende Größe erreichen.

Der Verband betont, dass so eine rücksichtslose Schädigung der Natur zum Glück die Ausnahme ist, wie die rege Beteiligung vieler Grundeigentümer an der Aktion „Wir pflanzen einen Baum“ beweist. Umso bedauerlicher sind nach Ansicht des BUND Naturschutz derartige Einzelfälle, deren negative Wirkung in der Öffentlichkeit nicht zu unterschätzen ist.


Landwirte für den Toteiskesselweg aktiv - BUND Naturschutz organisiert Pflegeeinsatz

Der deutschlandweit einmalige Toteiskesselweg des BUND Naturschutz verläuft entlang einer Endmoräne der letzten Eiszeit in der Nähe von Haag in Oberbayern. Er ist seit vielen Jahren ein beliebtes Ausflugsziel, das diese Kleingewässer, Relikte der letzten Eiszeit, auf einer Wanderung erlebbar macht. Jetzt konnten Schäden an mehreren dieser Feuchtbiotope behoben werden.

Äste und Wipfel als Folge von Schneebruch im Wasser, wuchernde Brombeeren - am Toteiskesselweg standen Arbeiten an. Dank einer Förderung durch die Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung haben jetzt ortsansässige Landwirte mit schwerem Gerät die Schäden beseitigt. Organisiert von Lucia Karrer und Judith Harrison, bei der Kreisgruppe des BUND Naturschutz verantwortlich für den Toteiskesselweg, konnten zugewucherte Ufer freigestellt, umgebrochene Bäume entfernt und Torfmoose gefördert werden.

Lucia Karrer betont „Wir wollen die Kessel als Rückzugsort für seltene Tiere und Pflanzen schützen aber auch ermöglichen, dass man sie besuchen und kennenlernen kann. Das geht nur dank der Unterstützung durch die Landwirte, auf deren Flächen sich die Kessel befinden“. Wer Gilbweiderich, Fieberklee, Sumpfblutauge & Co auf einer Wanderung kennenlernen will, erfährt wichtige Informationen unter https://www.toteiskessel.de/der-wanderweg/. Im Jahresprogramm der Kreisgruppe des BUND Naturschutz sind zudem Führungen durch Lucia Karrer geplant.


BUND Naturschutz geht auf Nummer sicher

Zaun in der BN-Kiesgrube bei Heldenstein wird wolfsabweisend umgebaut

„Ein guter Schutz von Weidetieren ist in ganz Bayern nötig“, das betont Dr. Andreas Zahn, Vorsitzender der Kreisgruppe des BUND Naturschutz. „Denn Wölfe sind Langstreckenwanderer und Einzeltiere können jederzeit überall auftauchen, völlig unabhängig davon, ob es eine Bejagung gibt oder nicht“. Auch im Landkreis Mühldorf gab es bereits einzelne Nachweise. Damit diese Wanderwölfe von vorn herein lernen, dass die Annäherung an Schaf und Ziege schmerzhaft ist, sollte nach Ansicht des Naturschutzverbandes ein nach guter fachlicher Praxis errichteter stromführender Zaun die Regel sein. In der BUND Naturschutz-Kiesgrube geht die Kreisgruppe des Verbandes jetzt mit gutem Beispiel voran. Dank einer Förderung durch die Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung konnte im Zuge einer fälligen Erneuerung ein wesentlicher Teil der Zäunung wolfsabweisend gestaltet werden. Sowohl das Untergraben als auch das Überspringen wird dem Wolf nun verleidet. Im nächsten Jahr ist die Ertüchtigung des restlichen Zaunabschnittes geplant. Caspar, Melchior, Balthasar und die anderen Ziegen sind dann gut geschützt. „Für Wildtiere ändert sich nichts“, betont Andreas Zahn. Rehe und Hasen springen schon bisher elegant durch die Elektrodrähte, Fuchs und Dachs passieren weiterhin unter dem untersten Draht. Wölfe, die überaus vorsichtig sind, erfahren beim Erkunden der neuen Struktur einen schmerzhaften Schlag. Wie nachhaltig dessen Wirkung ist, kennen viele Hundehalter, die ihren Waldi in der Nähe eines Weidezaunes nicht unter Kontrolle hatten. Weil eine Naturschutzbeweidung, wie sie der BUND Naturschutz in seiner Kiesgrube praktiziert, für den Artenschutz in ganz Bayern von zentraler Bedeutung ist, hofft der Verband auf viele Nachahmer, damit auch fernab bekannter Wolfsterritorien gerade kleine Weidetiere wie Schafe und Ziegen wortwörtlich auf der sicheren Seite sind.


50 Jahre BUND Naturschutz – Familienfest voller Erfolg

Vor 50 Jahren wurde die Kreisgruppe des BUND Naturschutz im Landkreis Mühldorf gegründet. Jetzt feierte der Verband das Jubiläum mit einem großen Familienfest im Gasthaus Gallenbach. Bei der anschließenden Abendveranstaltung würdigten Landrat Max Heimerl, MdL Sascha Schnürer sowie MdL Markus Saller in ihren Grußworten die Rolle des BUND Naturschutz im Landkreis.

Ins Schwarze getroffen hatte der BUND Naturschutz mit der Idee, das Jubiläum anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kreisgruppe mit einem Familienfest zu verbinden. „Frösche über die Straße tragen“, „Fledermauszählung“ und viele weitere Spiele hatten zahlreiche junge Familien zum Besuch im Bio-Gasthaus Gallenbach animiert. Als Renner bei Jung und Alt erwies sich das Bullriding. Dabei handelte es sich selbstverständlich um einen mechanischen „Bullen“ und nicht um ein lebendes Rind aus den zahlreichen Beweidungsprojekten des BUND Naturschutz. Großen Anklang fand auch das knifflige Quiz über die Geschichte der Kreisgruppe, bei dem es beispielsweise galt, Fragen zu Beweidungsprojekten oder Pflanzaktionen im Landkreis zu beantworten. Die Gewinner wurden noch während des Festes gezogen und konnten sich über Insektenhotels oder Bio-Leckereien freuen. 

Am Abend begrüßte Doris Anzinger-Pohlus, zweite Vorsitzende der Kreisgruppe viele Ehrengäste aus der Politik, benachbarten BUND Naturschutz-Gruppen und befreundeten Verbänden. Die Landtagsabgeordneten Sascha Schnürer und Markus Saller sowie Landrat Max Heimerl würdigten in ihren Grußworten die Rolle des BUND Naturschutz im Landkreis. Dabei verwiesen sie auf die Schwierigkeit, angesichts der strukturellen Änderungen im Landkreis Naturschutz und Regionalentwicklung unter einen Hut zu bringen. Für den BUND Naturschutz sprachen Martin Geilhufe und Dr. Andreas Zahn über die Erfolge, aber auch über die aktuell schwierige Lage der Umweltbewegung. Im Landkreis kann der Verband auf beachtliche Leistungen verweisen. Seine Beweidungsprojekte und der Toteiskesselweg sind bayernweit bekannt, die Umweltbildung ist erfolgreich und das Wasserbüffelfest lockt jedes Jahr viele Besucher an. „Mit fast 2.000 Mitgliedern im Landkreis stellt der Verband einen wichtigen Akteur dar, der viele Naturschutzprojekte angestoßen hat“, freute sich der BN Landesbeauftragter Martin Geilhufe. Er betonte das umfangreiche ehrenamtliche Engagement der vielen Aktiven in der Kreisgruppe und in den sechs Ortsgruppen, das klar belegt, wie sehr Natur- und Umweltschutz bei den Bürgerinnen und Bürgern verankert sind. Doch die Erfolge sind bedroht, wie Andreas Zahn in seinem Vortrag betonte: „Aufgrund der Erderwärmung ist mit dramatischen Umweltänderungen in baldiger Zukunft zu rechnen“. Er verwies auf die bereits sichtbaren Folgen des Klimawandelts im Landkreis. Gewässer trocknen immer häufiger aus und der Grundwasserspiegel sinkt. Die gesellschaftliche Akzeptanz für den Klimaschutz nimmt nach Ansicht des Verbandes ab, alternative Energien wie die Windkraft sind umstritten. „Wir brauchen aber die Energiewende, wir müssen weg von Öl, Kohle und Gas, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten“ so Martin Geilhufe. Hier ziehen BUND Naturschutz und Landkreis an einem Strang und setzen sich für erneuerbare Energien im Landkreis ein, wie Landrat Max Heimerl in seinem Grußwort betonte. 

Kreisvorsitzender Dr. Andreas Zahn machte klar, dass auch der Landkreis bei der Vorsorge vor Klimaextremen oder beim Biotopverbund noch Nachholbedarf hat und noch nicht ausreichend für zukünftige Witterungsextreme gerüstet ist. Einig waren sich die Naturschützer, das Engagement im Landkreis fortzuführen. Doris Anzinger-Pohlus stellte dazu fest: „Der Erfolg unseres Festes und die Begeisterung der vielen Kinder sind eine tolle Motivation für die nächsten Jahre“.


Sparkasse unterstützt Bund Naturschutz in Mühldorf und Altötting

Das Projekt „Prima Klima Kids“ ist eine Herzensangelegenheit des Bund Naturschutz, das sich speziell an Grundschüler der dritten oder vierten Klasse richtet.
Die Kinder lernen hierbei den Unterschied zwischen Wetter und Klima, regenerativen und fossilen Energien und was sie selber tun können um einen positiven Beitrag für das Klima zu leisten. Ein Thema, das in der heutigen Zeit unumgänglich ist.

Die Unterrichtseinheit besteht aus zwei Doppelstunden im Abstand von jeweils einer Woche. Im Jahr 2024 konnten ca. 50 Grundschulklassen an diesem kostenfreien Programm in der Region Altötting-Mühldorf teilnehmen. Um die Fortführung dieses Projektes gewährleisten zu können spendete die Sparkasse Altötting-Mühldorf an die Kreisgruppe Mühldorf und an die Kreisgruppe Altötting des Bund Naturschutz jeweils 5.000 Euro.

Doris Anzinger-Pohlus, 2. Vorsitzende der Kreisgruppe Mühldorf und Gerhard Merches, 1. Vorsitzende der Kreisgruppe Altötting nahmen den symbolischen Spendenscheck von Alexandra Schuhbauer, Vorstandsmitglied der Sparkasse Altötting-Mühldorf dankend entgegen. Auch Philipp Roth, der Nachhaltigkeitskoordinator der Sparkasse Altötting-Mühldorf war bei dem Termin anwesend und nutzte die Gelegenheit sich mit den Vertretern des Bund Naturschutz zum Thema Nachhaltigkeit auszutauschen. Philipp Roth ist in seiner Aufgabe verantwortlich für die Steuerung der Nachhaltigkeitsaktivitäten der Sparkasse zur Verbesserung der Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen und des Unterstützungsangebots für die Kunden der Sparkasse. Die beiden Kreisgruppenvorsitzenden betonten abschließend nochmals die Wichtigkeit des Projekts „Prima Klima Kinds“ als Ergänzung zum regulären Schulstoff. Hier wird Umwelt erlebbar gemacht.