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Pressemitteilungen

Eichhörnchen-App: BUND Naturschutz erfasst Eichhörnchen

Seit fast sechs Jahren sammelt der BUND Naturschutz Daten zu Eichhörnchen. Ziel des Citizen-Science-Projekts ist es, mehr über das Vorkommen der Tiere, ihre Lebensräume, Fellfarben und Gefährdungen zu erfahren und sie dadurch besser zu schützen. Auch in Mühldorf beteiligen sich die Bürgerinnen und Bürger fleißig an der Datenerhebung. 

Sie gehören zu den beliebtesten Wildtieren in Bayern – und doch wissen wir erstaunlich wenig über ihre tatsächliche Situation: Eichhörnchen. Seit April 2020 sammelt der BUND Naturschutz im Citizen-Science-Projekt „Eichhörnchen in Bayern“ mit der entsprechenden App Beobachtungen aus der Bevölkerung. Jetzt liegt eine aktuelle Auswertung vor. 

Bis Ende November 2025 wurden über 74.000 verwertbare Meldungen mit rund 90.800 Eichhörnchen aus ganz Bayern erfasst. „Diese große Beteiligung zeigt, wie sehr die Menschen ihre Eichhörnchen vor der Haustür wahrnehmen“, erklärt Eva Grabbe-Tkocz von der BN-Kreisgruppe Mühldorf am Inn. Auch regional ist das Engagement hoch: Im Landkreis gab es zwischen 2020 und 2025 bislang 172 Sichtungen mit insgesamt 221 Eichhörnchen.

Die Auswertungen zeigt eine wichtige Besonderheit: Rund 60 Prozent aller Meldungen stammen aus Siedlungsräumen, also aus Gärten, Parks und Wohngebieten. In Wälder und offene Landschaften wurden deutlich weniger Eichhörnchen entdeckt. Hochgerechnet sind bislang nur etwa zwei Prozent der potenziellen Eichhörnchenreviere in Bayern durch Meldungen belegt. „Das bedeutet nicht, dass es dort keine Eichhörnchen gibt, sondern dass wir sie außerhalb unseres Alltagsraums seltener wahrnehmen“, so Grabbe-Tkocz.

Besonders aufmerksam macht ein weiterer Trend: Seit 2022 sinkt die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Eichhörnchen pro Beobachtung, auch 2025 setzte sich dieser Trend fort. Ob sich hier bereits eine Bestandsabnahme andeutet oder sich das Meldeverhalten verändert hat, ist derzeit noch offen – und eine zentrale Frage für die kommenden Jahre.

Ein klares Muster zeigt sich bei den Fellfarben: In Nordwestbayern dominieren rote Eichhörnchen, während in Ost- und Südbayern überwiegend dunkle bis schwarze Tiere vorkommen. Diese Unterschiede spiegeln Landschaft, Höhenlage und Waldtypen wider und bestätigen frühere Annahmen.

Besonders konkret für den Artenschutz sind die Ergebnisse zu Verkehrsopfern. Allein 2025 wurden 476 tote Eichhörnchen gemeldet, rund 60 Prozent davon im direkten Umfeld von Straßen. Gleichzeitig gibt es Hoffnung: In Regensburg und Zirndorf gingen die Totmeldungen im Umfeld von Eichhörnchenseilbrücken deutlich zurück. „Das zeigt, dass gezielte Maßnahmen vor Ort Leben retten können“, betont Grabbe-Tkocz.

Die beste Zeit, Eichhörnchen zu beobachten, ist jetzt: Im Winter und im zeitigen Frühjahr sind die Tiere ohne Laub besser zu sehen, zudem beginnt die Paarungszeit. Der BUND Naturschutz ruft deshalb dazu auf, weiterhin genau hinzuschauen und Beobachtungen zu melden. Jede Meldung hilft, die Situation der Eichhörnchen in Bayern besser zu verstehen und sie zu schützen. 

Weitere Informationen und Mitmachen:

www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden

www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden/ergebnisse


BUND Naturschutz für Schutz landschaftsprägender Bäume

„Wir pflanzen einen Baum“ das ist das Motto einer großen Gemeinschaftsaktion im Landkreis Mühldorf, bei der jedes Jahr viele Akteure neue Bäume in die Landschaft bringen. Besonders der Wert einzelner landschaftsprägender Bäume wird dabei herausgestellt. Sind die Bäume aber erst mal größer, werden sie dann doch oft kritischer gesehen. Gerade an Feldwegen sind sie den immer größer werdenden Landmaschinen im Weg. Dass hier ein völlig freies Wachstum der Krone nicht immer möglich ist, sieht auch der BUND Naturschutz ein. Doch bittet der Verband alle für Bäume in der Landschaft Verantwortlichen nicht einfach zur Motorsäge zu greifen und das „störende Objekt“ zu beseitigen, wie es in einem aktuellen Fall am Bach Howaschen in der Gemeinde Aschau geschehen ist. Hier wurde eine gesunde Esche zunächst völlig unsachgemäß eingekürzt und schließlich ganz gefällt. Der schöne Apfelbaum auf der anderen Seite der Howaschen-Brücke verlor bei dieser Gelegenheit auch sein Leben. Beide Bäume standen landschaftsprägend in der freien Feldflur. Vogelnester wurden regelmäßig festgestellt und so manche Spaziergänger übten hier im Herbst ihre körperliche Geschicklichkeit um an einen der Äpfel zu gelangen. Nach Ansicht des BUND Naturschutz bedeutet die Baumfällung einen echten Verlust für Mensch und Natur. Durch einen sachgemäßen Rückschnitt hätte er vermieden werden können. Ein Ausgleich durch Neupflanzungen, so wünschenswert er wäre, würde zu Lebzeiten der meisten Spaziergänger an der Howaschen kaum wieder landschaftsprägende Größe erreichen.

Der Verband betont, dass so eine rücksichtslose Schädigung der Natur zum Glück die Ausnahme ist, wie die rege Beteiligung vieler Grundeigentümer an der Aktion „Wir pflanzen einen Baum“ beweist. Umso bedauerlicher sind nach Ansicht des BUND Naturschutz derartige Einzelfälle, deren negative Wirkung in der Öffentlichkeit nicht zu unterschätzen ist.


Landwirte für den Toteiskesselweg aktiv - BUND Naturschutz organisiert Pflegeeinsatz

Der deutschlandweit einmalige Toteiskesselweg des BUND Naturschutz verläuft entlang einer Endmoräne der letzten Eiszeit in der Nähe von Haag in Oberbayern. Er ist seit vielen Jahren ein beliebtes Ausflugsziel, das diese Kleingewässer, Relikte der letzten Eiszeit, auf einer Wanderung erlebbar macht. Jetzt konnten Schäden an mehreren dieser Feuchtbiotope behoben werden.

Äste und Wipfel als Folge von Schneebruch im Wasser, wuchernde Brombeeren - am Toteiskesselweg standen Arbeiten an. Dank einer Förderung durch die Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung haben jetzt ortsansässige Landwirte mit schwerem Gerät die Schäden beseitigt. Organisiert von Lucia Karrer und Judith Harrison, bei der Kreisgruppe des BUND Naturschutz verantwortlich für den Toteiskesselweg, konnten zugewucherte Ufer freigestellt, umgebrochene Bäume entfernt und Torfmoose gefördert werden.

Lucia Karrer betont „Wir wollen die Kessel als Rückzugsort für seltene Tiere und Pflanzen schützen aber auch ermöglichen, dass man sie besuchen und kennenlernen kann. Das geht nur dank der Unterstützung durch die Landwirte, auf deren Flächen sich die Kessel befinden“. Wer Gilbweiderich, Fieberklee, Sumpfblutauge & Co auf einer Wanderung kennenlernen will, erfährt wichtige Informationen unter https://www.toteiskessel.de/der-wanderweg/. Im Jahresprogramm der Kreisgruppe des BUND Naturschutz sind zudem Führungen durch Lucia Karrer geplant.


BUND Naturschutz geht auf Nummer sicher

Zaun in der BN-Kiesgrube bei Heldenstein wird wolfsabweisend umgebaut

„Ein guter Schutz von Weidetieren ist in ganz Bayern nötig“, das betont Dr. Andreas Zahn, Vorsitzender der Kreisgruppe des BUND Naturschutz. „Denn Wölfe sind Langstreckenwanderer und Einzeltiere können jederzeit überall auftauchen, völlig unabhängig davon, ob es eine Bejagung gibt oder nicht“. Auch im Landkreis Mühldorf gab es bereits einzelne Nachweise. Damit diese Wanderwölfe von vorn herein lernen, dass die Annäherung an Schaf und Ziege schmerzhaft ist, sollte nach Ansicht des Naturschutzverbandes ein nach guter fachlicher Praxis errichteter stromführender Zaun die Regel sein. In der BUND Naturschutz-Kiesgrube geht die Kreisgruppe des Verbandes jetzt mit gutem Beispiel voran. Dank einer Förderung durch die Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung konnte im Zuge einer fälligen Erneuerung ein wesentlicher Teil der Zäunung wolfsabweisend gestaltet werden. Sowohl das Untergraben als auch das Überspringen wird dem Wolf nun verleidet. Im nächsten Jahr ist die Ertüchtigung des restlichen Zaunabschnittes geplant. Caspar, Melchior, Balthasar und die anderen Ziegen sind dann gut geschützt. „Für Wildtiere ändert sich nichts“, betont Andreas Zahn. Rehe und Hasen springen schon bisher elegant durch die Elektrodrähte, Fuchs und Dachs passieren weiterhin unter dem untersten Draht. Wölfe, die überaus vorsichtig sind, erfahren beim Erkunden der neuen Struktur einen schmerzhaften Schlag. Wie nachhaltig dessen Wirkung ist, kennen viele Hundehalter, die ihren Waldi in der Nähe eines Weidezaunes nicht unter Kontrolle hatten. Weil eine Naturschutzbeweidung, wie sie der BUND Naturschutz in seiner Kiesgrube praktiziert, für den Artenschutz in ganz Bayern von zentraler Bedeutung ist, hofft der Verband auf viele Nachahmer, damit auch fernab bekannter Wolfsterritorien gerade kleine Weidetiere wie Schafe und Ziegen wortwörtlich auf der sicheren Seite sind.


50 Jahre BUND Naturschutz – Familienfest voller Erfolg

Vor 50 Jahren wurde die Kreisgruppe des BUND Naturschutz im Landkreis Mühldorf gegründet. Jetzt feierte der Verband das Jubiläum mit einem großen Familienfest im Gasthaus Gallenbach. Bei der anschließenden Abendveranstaltung würdigten Landrat Max Heimerl, MdL Sascha Schnürer sowie MdL Markus Saller in ihren Grußworten die Rolle des BUND Naturschutz im Landkreis.

Ins Schwarze getroffen hatte der BUND Naturschutz mit der Idee, das Jubiläum anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kreisgruppe mit einem Familienfest zu verbinden. „Frösche über die Straße tragen“, „Fledermauszählung“ und viele weitere Spiele hatten zahlreiche junge Familien zum Besuch im Bio-Gasthaus Gallenbach animiert. Als Renner bei Jung und Alt erwies sich das Bullriding. Dabei handelte es sich selbstverständlich um einen mechanischen „Bullen“ und nicht um ein lebendes Rind aus den zahlreichen Beweidungsprojekten des BUND Naturschutz. Großen Anklang fand auch das knifflige Quiz über die Geschichte der Kreisgruppe, bei dem es beispielsweise galt, Fragen zu Beweidungsprojekten oder Pflanzaktionen im Landkreis zu beantworten. Die Gewinner wurden noch während des Festes gezogen und konnten sich über Insektenhotels oder Bio-Leckereien freuen. 

Am Abend begrüßte Doris Anzinger-Pohlus, zweite Vorsitzende der Kreisgruppe viele Ehrengäste aus der Politik, benachbarten BUND Naturschutz-Gruppen und befreundeten Verbänden. Die Landtagsabgeordneten Sascha Schnürer und Markus Saller sowie Landrat Max Heimerl würdigten in ihren Grußworten die Rolle des BUND Naturschutz im Landkreis. Dabei verwiesen sie auf die Schwierigkeit, angesichts der strukturellen Änderungen im Landkreis Naturschutz und Regionalentwicklung unter einen Hut zu bringen. Für den BUND Naturschutz sprachen Martin Geilhufe und Dr. Andreas Zahn über die Erfolge, aber auch über die aktuell schwierige Lage der Umweltbewegung. Im Landkreis kann der Verband auf beachtliche Leistungen verweisen. Seine Beweidungsprojekte und der Toteiskesselweg sind bayernweit bekannt, die Umweltbildung ist erfolgreich und das Wasserbüffelfest lockt jedes Jahr viele Besucher an. „Mit fast 2.000 Mitgliedern im Landkreis stellt der Verband einen wichtigen Akteur dar, der viele Naturschutzprojekte angestoßen hat“, freute sich der BN Landesbeauftragter Martin Geilhufe. Er betonte das umfangreiche ehrenamtliche Engagement der vielen Aktiven in der Kreisgruppe und in den sechs Ortsgruppen, das klar belegt, wie sehr Natur- und Umweltschutz bei den Bürgerinnen und Bürgern verankert sind. Doch die Erfolge sind bedroht, wie Andreas Zahn in seinem Vortrag betonte: „Aufgrund der Erderwärmung ist mit dramatischen Umweltänderungen in baldiger Zukunft zu rechnen“. Er verwies auf die bereits sichtbaren Folgen des Klimawandelts im Landkreis. Gewässer trocknen immer häufiger aus und der Grundwasserspiegel sinkt. Die gesellschaftliche Akzeptanz für den Klimaschutz nimmt nach Ansicht des Verbandes ab, alternative Energien wie die Windkraft sind umstritten. „Wir brauchen aber die Energiewende, wir müssen weg von Öl, Kohle und Gas, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten“ so Martin Geilhufe. Hier ziehen BUND Naturschutz und Landkreis an einem Strang und setzen sich für erneuerbare Energien im Landkreis ein, wie Landrat Max Heimerl in seinem Grußwort betonte. 

Kreisvorsitzender Dr. Andreas Zahn machte klar, dass auch der Landkreis bei der Vorsorge vor Klimaextremen oder beim Biotopverbund noch Nachholbedarf hat und noch nicht ausreichend für zukünftige Witterungsextreme gerüstet ist. Einig waren sich die Naturschützer, das Engagement im Landkreis fortzuführen. Doris Anzinger-Pohlus stellte dazu fest: „Der Erfolg unseres Festes und die Begeisterung der vielen Kinder sind eine tolle Motivation für die nächsten Jahre“.


BUND Naturschutz begeistert geflüchtete Frauen für die Natur in Waldkraiburg

Eine Überraschung für die geflüchteten Frauen aus aller Welt: Heilpflanzen wie Brennnessel, Spitzwegerich, Minze oder Linde findet man in den naturnahen Parkanlagen Waldkraiburgs. Im Rahmen der Caritas Ferienangebote für Teilnehmerinnen eines Deutschkurses hatte der BUND Naturschutz zu einem naturkundlichen Spaziergang im Stadtpark eingeladen. Eifrig wurde besprochen, welche Pflanzen die Frauen aus ihren Heimatländern kannten oder wie sie verwendet werden.

Dank Apps zur Übersetzung und zur Arterkennung war die Verständigung sogar möglich, wenn die Deutschkennnisse an ihre Grenze gerieten. „Wir freuen uns sehr über das Angebot des BUND Naturschutz“, betont Beatrice Pieraccini, Integrationslotsin bei der Caritas. „Es macht den Teilnehmerinnen Spaß draußen unterwegs zu sein und die Natur zu erkunden“. Die Exkursionen sollen im nächsten Jahr wieder angeboten werden.


Wissen versilbert – BUND Naturschutz und ANL bilden Krötenflüsterer aus

Die Zahl der Artenkenner*innen in Bayern nimmt laufend ab. Der BUND Naturschutz tut etwas dagegen und bildet in Kooperation mit der ANL im Landkreis Mühldorf Amphibienfachleute aus. Nach Schulung durch BN-Experten legen 26 Teilnehmer*innen aus ganz Bayern eine BANU-Prüfung auf der Niveaustufe Silber ab, die bisher in keinem anderen Bundesland angeboten wurde. 20 Personen nahmen an der BANU-Bronze-Prüfung teil. Die erworbenen Kenntnisse sind für Ehrenamt aber auch für beruflichen Naturschutz ein großer Vorteil.

Kompetente Artenkenner*innen sind in Bayern immer schwerer zu finden. Sie werden aber dringend gebraucht, um beispielsweise bei Eingriffen in die Natur Gutachten über vorkommende Arten oder Konzepte für Schutzmaßnahmen zu erstellen. In Kooperation mit der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) will der BUND Naturschutz diesen Missstand beheben und bildet seit 2024 im Rahmen des BANU-Programms Expert*innen im Bereich Amphibien im Einsteigerniveau „Bronze“ aus. 2025 ist die Stufe „Silber“ für Fortgeschrittene hinzugekommen. Mit dem ersten deutschen Angebot einer Amphibienprüfung auf Silberniveau nehmen BUND Naturschutz und ANL hier eine Vorreiterrolle ein. Der praktische Kursteil findet im Landkreis Mühldorf statt, wo auf Projektflächen des BUND Naturschutz aber auch in Abbaustellen oder Gewässern in Waldkraiburg viele Lurcharten angetroffen werden können.

Als „Krötenflüsterer“ sollen die Prüflinge sie nicht nur Arten erkennen, sondern auch wissen, welche Vorlieben und Ansprüche unserer heimischen Lurche haben.

„Damit übernimmt der BUND Naturschutz Verantwortung für eine Tiergruppe, für die sich viele BN-Kreis- und Ortsgruppen schon seit vielen Jahrzehnten einsetzen“, erklärt der BN- Kreisvorsitzende Andreas Zahn, der auch Referent der Ausbildung war. „Schließlich tragen BN-Aktive pro Jahr zehntausende Kröten über die Straße, damit sie auf ihrem Weg zu den Laichgewässern nicht von Autos überfahren werden.“ 

Sowohl Kurs als auch die Prüfung sind Angebote im bundesweiten BANU-Programm zur Förderung von Artenkenntnissen. Erfreulich war, dass über 90% der Teilnehmer*innen die „Prüfung zum BANU-Zertifikat Feldherpetologie-Amphibien“ erfolgreich absolviert haben. 

Lisa Silbernagl von der ANL unterstreicht: „Wir freuen uns, dass das Angebot so gut angenommen wurde. Für Behörden ist es ungemein wichtig, auf ausgebildete Sachverständige zurückgreifen zu können, wenn es gilt die Artenvielfalt zu schützen. Die Suche nach solchen Expert*innen gestaltet sich nämlich als zunehmend schwierig. Mit dem BN haben wir einen kompetenten Kooperationspartner gefunden, um diese Lücke im Bereich Herpetologie zu schließen.“


Den Ziegen auf der Spur

Da wunderten sich Caspar, Melchior und Balthasar – rund 50 Besucherinnen und Besucher wollten alles über die BUND Naturschutz-Ziegen wissen.

Nicht nur die drei Thüringer-Wald-Ziegen Caspar, Melchior und Balthasar, auch Tauernschecken und eine Toggenburger Ziege eilten herbei. Sie bestaunten die große Gruppe, die auf schmalen Pfaden durch die Kiesgrube des BUND Naturschutz wanderte, um den fleißigen vierbeinigen Landschaftspflegern einen Besuch abzustatten und sie ausgiebig zu streicheln. Der BUND Naturschutz hatte zum Abendspaziergang in seine Kiesgrube eingeladen und Ziegenkontakt versprochen.

Die Ziegen erhalten zusammen mit Galloway Rindern einen artenreichen Lebensraum für viele selten Arten. Die Teilnehmenden erfuhren, wie wichtig dabei gerade die Ziegen sind. Sie klettern auch auf Hänge, die von den Rindern nicht betreten werden und schaffen dadurch Nistplätze für Wildbienen. Und rund die Hälfe ihrer Nahrung besteht aus Zweigen und Blättern von Gehölzen, die Rinder kaum fressen. Ohne ihren „Bock auf Sträucher“ würde die Kiesgrube völlig zuwachsen, zum Nachteil von Unke, Eidechse & Co, die sich sonnige Lebensräume wünschen. 

Weil Sträucher und Kräuter ständig beknabbert werden, entstehen sehr dichte niedriger Gebüsche. Ein ideales Versteck für viele Tiere. In der Kiesgrube des BUND Naturschutz entwickelt sich so eine Weidelandschaft, wie sie früher typisch für Bayern war. Jedes Dorf hatte seine Almendweide, wo Tiere aller Arten gemeinschaftlich gehütet wurden. Freilich ersetzt heute der Elektrozaun den Hirten, doch Artenreichtum und Erlebniswert der Landschaft in der Abbaustelle erinnert so manche Besucher an die von Schafen und Ziegen geprägten Landschaften am Mittelmeer, an denen man sich im Urlaub erfreut.

Begeistert von der wilden Natur in der Kiesgrube waren besonders die vielen Kinder, die am Besuch teilnahmen. Sie fütterten die Ziegen begeistert mit Zweigen und zeigten dann, dass sie beim Klettern auf steilen Hängen gut mit Caspar, Melchior und Balthasar mithalten konnten.


Christen aus Tansania zu Besuch bei Büffel & Biber

Rauschende Quellbäche, das waren die Besucher aus Tansania nicht gewöhnt. Der BUND Naturschutz hatte Dekan Yona Emanuel Kitundu und drei weitere Akteure der Kirchengemeinde Kongwa zu einer Führung bei Jettenbach eingeladen. Im Gespräch stellte man fest: die Folgen des Klimawandel treffen beide Länder.

Anlass war der Aufenthalt der kleinen Gruppe aus Tansania in Waldkraiburg im Rahmen der Dekanatspartnerschaft der afrikanischen Gemeinde mit der örtlichen evang.-luth. Kirchengemeinde. Partnerschaftsbeauftragter Joachim Grytzyk hatte den Kontakt zum BUND Naturschutz vermittelt. Im regen Gespräch in der Geschäftsstelle des BUND Naturschutz in Waldkraiburg stellte man schnell gemeinsame Probleme fest: der Klimawandel und seine Folgen für Mensch und Natur. So berichtete die Lehrerin Mery Gervas Masawe von den großen Anstrengungen, Bäume im Umfeld ihrer Schule zu pflanzen und dabei auch die Familien der Kinder einzubeziehen. Trockenheit und immer unzuverlässigere Regenfälle erschweren das Leben in Tansania immer mehr. 
Auf dem anschließenden Ausflug nach Jettenbach verdeutlichte BN-Vorsitzender Andreas Zahn, dass auch in Bayern der Klimawandel große Probleme bereitet und der Freistaat unzureichend dagegen vorgeht. Während an den Quellhängen bei Jettenbach die Besucher noch über Gelbbauchunken staunen konnten, mussten die Naturschützer vom Sterben der Amphibien in den schon im Mai austrocknenden Tümpeln und sinkendem Grundwasserstand in anderen Teilen des Landkreises berichten. „Hitzewellen und Dürren durch die Klimakrise werden auch in Bayern zur Normalität“, bedauerte Joachim Grytzyk. Ein Vorbild für Europas Naturschützer ist Tansania in anderer Hinsicht: In großen Nationalparks schützt das Land seine wilden Tiere, vom Elefanten bis zum Löwen und managt die Konflikte mit der Bevölkerung. „In Bayern haben wir Elch, Wisent und Auerochs ausgerottet und kommen nicht einmal mit Biber und Wolf zurecht“, erklärte Andreas Zahn den Gästen vor einer beeindruckenden Biberburg. Den Abschluss bildete der Besuch der Büffelweide des BUND Naturschutz. Auch wenn die Wasserbüffel Haustiere sind, die Christen aus Tansania waren von Ihnen beeindruckt und freuten sich über den Versuch, im Landkreis Mühldorf auf kleiner Fläche einen Lebensraum entstehen zu lassen, die den von Weidetieren geprägten Naturlandschaften südlicher Länder durchaus ähnlichsehen.


Mühldorf ist nur ungenügend auf Dürre vorbereitet

Der Grundwasserspiegel sinkt auch in Teilen des Landkreises, viele Tümpel trocknen aus. Das Wasser muss insgesamt besser in der Fläche gehalten werden. BN fordert nachhaltige Wasserpolitik. 

Die derzeitige abermalige Hitzewelle und damit verbundene Trockenheit wirkt sich weiter negativ auf Grundwasserspiegel und Bodenfeuchte in Bayern aus. „Auch im Landkreis Mühldorf hat das nasse Jahr 2024 nur eine kurze Verschnaufpause für die Natur gebracht“ erklärt Doris Anzinger Pohlus, zweite Vorsitzende der Kreisgruppe Mühldorf des BUND Naturschutz. Im trockenen Frühjahr 2025 haben sich viele Gewässer gar nicht gefüllt und die kurzen Sommerregenfälle bringen kaum Erleichterung, stellen die Naturschützer fest. „Viele Amphibien haben durch die Trockenheit auf die Fortpflanzung komplett verzichtet. Wo sie gelaicht haben, stirbt der Nachwuchs jetzt in den austrocknenden Weihern“ erklärt Amphibienexperte Andreas Zahn. Auch viele andere Arten leiden: Vögeln und Fledermäusen wird es in Nestern und Verstecken unter Dächern zu heiß. Naturschützer erhalten immer häufiger Meldungen von abgestürzten Jungtieren, die dem Hitzetod entkommen wollten. „Hitzewellen und Dürren durch die Klimakrise sind das neue Normal in Bayern – und der Freistaat ist nur ungenügend darauf vorbereitet. Wir werden in Zukunft massive Wasserknappheit auch hier im Süden Bayerns haben, nicht nur im traditionell trockeneren Nordbayern,“ befürchtet Anzinger-Pohlus.

Laut Bayerischem Landesamt für Umwelt haben derzeit rund 95 Prozent der Fließgewässer-Messstellen und 56 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen sowie Quellen niedrige Wasserstände (siehe hier). 

Auch der Dürremonitor des Helmholz-Zentrums zeigt dramatische Werte für den Landkreis Mühldorf an (siehe hier). 

Ursachen für die kritische Wassersituation sind nach Ansicht des BUND Naturschutz: Schnelles Ableiten von Wasser durch Drainagen und die Folgen der Flurbereinigung, die Versiegelung oder Verdichtung von Böden sowie die Übernutzung vorhandener Grundwasser- und Oberflächenwasserkörper. Dies hat dazu geführt, dass zu wenig Wasser in der Landschaft bleibt und die Grundwasserneubildung gestört ist. Die Klimakrise verschärft die Situation weiter. 

Der BN fordert eine nachhaltige Wasserpolitik:

  1. Die Speicherfähigkeit der Bayerischen Landschaft muss wiederhergestellt werden: Im Landkreis müssten insbesondere Bäche im nördlichen Kreisgebiet renaturiert werden. Drainierung von Wiesen und Äckern müssten so umgebaut werden, dass Wasser in der Landschaft gehalten wird.
  2. Wo immer es möglich ist, müssen Biberdämme in der Landschaft verbleiben und Grundeigentümern Schäden und Flächenverluste ersetzt werden. Kostengünstigere Wasserbauer als Biber gibt es nicht.
  3. Mit der wertvollen Ressource Wasser muss sparsam umgegangen werden. Dafür muss es klare Vorgaben und Anreize für Landwirtschaft, Industrie und auch Privathaushalte geben, um den Wasserverbrauch zu verringern. Regenwasserspeicher müssen Standard werdend.
  4. Das alles hilft nur, wenn die Klimakatastrophe bekämpft wird. Der Landkreis könnte durch die Vernässung von Mooren im Inn- und Isental hierfür einen wirksamen Beitrag leisten. 

Windkraft? Ja aber!

BUND Naturschutz kritisiert einseitige Auswahl der Vorranggebiete für Windenergienutzung.

„Der BUND Naturschutz ist für den schnellen Ausbau der Windkraft aber die Planung konzentriert sich zu sehr auf den Wald“ erklärt BN - Kreisvorsitzender Andreas Zahn anlässlich der Stellungnahme des Naturschutzverbandes zur Ausweisung von Windkraft-Vorranggebieten im Regionalplan Südostoberbayern 

Nach Stand der Planung liegen die meisten Windkraft-Vorranggebiete in Wäldern. Hier sieht der BUND Naturschutz Nachbesserungsbedarf. Zwar befürchten die Naturschützer, dass sich aufgrund der Siedlungsstruktur in der Region Windkraftanlagen im Offenland in ausreichendem Abstand zur Wohnbebauung vielerorts nur schwer verwirklichen lassen. Doch wenn Bayern geringere Abstände zu Straßen und anderer Infrastruktur gestatten würde, könnte nach Ansicht des BUND Naturschutz auf so manchen Waldstandort verzichtet werden. Der Verband fordert eine gründliche Prüfung, ob noch weitere Offenlandstandorte in die Vorranggebietskulisse aufgenommen werden können.

Dort wo Anlagen im Wald errichtet werden müssen, gilt es nach Ansicht des BUND Naturschutz, sich bei der Standortwahl auf Kahlflächen und junge, fichtendominierte Flächen zu konzentrieren, die Zufahrtswege zu minimieren und Rodungen durch die Aufforstung von Mischwald auszugleichen. Auch fordert der BUND Naturschutz Rücksicht auf besondere Artvorkommen. So lehnt er das Vorranggebiet im Mühldorfer Hart ab, da es sich genau zwischen bedeutenden Kolonien einer vom Schlag an Windkraftanlagen betroffenen Fledermausart in Mühldorf und Waldkraiburg befindet. 

Entscheidend wird es nach Ansicht der Naturschützer sein, Flora & Fauna bei der Auswahl der Standorte von Anlagen innerhalb der Windkraftgebiete zu berücksichtigen. Naturnahe Laub- und Mischwaldflächen sowie generell alte Waldbestände müssen bei der konkreten Anlagenprojektierung ausgespart werden, ebenso Biotope wie Weiher oder Feuchtgebiete. „Die vielen ausgetrockneten Tümpel in diesem Jahr zeigen aber erneut, dass die Abkehr von fossilen Energien und der Schutz des Klimas für unsere Natur essentiell ist“ betont Andreas Zahn. „Und derzeit ist die Windkraft eine der wenigen Optionen die wir beim Kampf gegen die Erderwärmung haben.“


Sparkasse unterstützt Bund Naturschutz in Mühldorf und Altötting

Das Projekt „Prima Klima Kids“ ist eine Herzensangelegenheit des Bund Naturschutz, das sich speziell an Grundschüler der dritten oder vierten Klasse richtet.
Die Kinder lernen hierbei den Unterschied zwischen Wetter und Klima, regenerativen und fossilen Energien und was sie selber tun können um einen positiven Beitrag für das Klima zu leisten. Ein Thema, das in der heutigen Zeit unumgänglich ist.

Die Unterrichtseinheit besteht aus zwei Doppelstunden im Abstand von jeweils einer Woche. Im Jahr 2024 konnten ca. 50 Grundschulklassen an diesem kostenfreien Programm in der Region Altötting-Mühldorf teilnehmen. Um die Fortführung dieses Projektes gewährleisten zu können spendete die Sparkasse Altötting-Mühldorf an die Kreisgruppe Mühldorf und an die Kreisgruppe Altötting des Bund Naturschutz jeweils 5.000 Euro.

Doris Anzinger-Pohlus, 2. Vorsitzende der Kreisgruppe Mühldorf und Gerhard Merches, 1. Vorsitzende der Kreisgruppe Altötting nahmen den symbolischen Spendenscheck von Alexandra Schuhbauer, Vorstandsmitglied der Sparkasse Altötting-Mühldorf dankend entgegen. Auch Philipp Roth, der Nachhaltigkeitskoordinator der Sparkasse Altötting-Mühldorf war bei dem Termin anwesend und nutzte die Gelegenheit sich mit den Vertretern des Bund Naturschutz zum Thema Nachhaltigkeit auszutauschen. Philipp Roth ist in seiner Aufgabe verantwortlich für die Steuerung der Nachhaltigkeitsaktivitäten der Sparkasse zur Verbesserung der Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen und des Unterstützungsangebots für die Kunden der Sparkasse. Die beiden Kreisgruppenvorsitzenden betonten abschließend nochmals die Wichtigkeit des Projekts „Prima Klima Kinds“ als Ergänzung zum regulären Schulstoff. Hier wird Umwelt erlebbar gemacht.


Auch Naturschützer brauchen Motorsägen - Arbeitseinsatz in der BUND Naturschutz Kiesgrube

„Bayern kürzt gerade Naturschutzgelder dramatisch, aber wir lassen uns nicht entmutigen!“, stellt Dr. Andreas Zahn, Kreisvorsitzender des BUND Naturschutz fest. „Wir bleiben aktiv und greifen für den Artenschutz in unserer Freizeit zur Motorsäge.“

Rund 25 Helferinnen und Helfer waren dem Aufruf des Naturschutzverbands zum Landschaftspflegeeinsatz in der Kiesgrube bei Heldenstein gefolgt. Es ging darum, üppig aufkommende Weidensträucher einzukürzen und Kopfweiden zu pflegen, damit sich die Kiesgrube nicht in einen Wald verwandelt.

„In der Kiesgrube leben Zauneidechsen, Unken, Dorngrasmücke und viele andere seltene Tierarten, die sonnige Lebensräume brauchen“, erklärte Andreas Zahn den Ehrenamtlichen vor dem Einsatz. „Daher sollen nicht überall Bäume und Sträucher aufwachsen, denn sie würden den Boden zu sehr beschatten“. Im Zuge des Arbeitseinsatzes wurden deshalb in einem Teilbereich der Kiesgrube viele Weiden auf Stock gesetzt oder als Kopfweiden gepflegt. „Damit unterstützen wir die Arbeit der Ziegen und Rinder, die im Sommer in der Kiesgrube als Landschaftspfleger weiden“, betont Doris Anzinger-Pohlus, zweite Vorsitzende der Kreisgruppe. Die angefallenen Äste wurden von den Helferinnen und Helfern zu großen Haufen aufgeschlichtet, die im Sommer Verstecke und Brutplätze für viele Tiere bieten. Gerade für die Zauneidechsen haben sich die Holzhaufen als entscheidende Wohnorte erwiesen, sind sie doch durch das Astgewirr von Feinden wie dem Turmfalken geschützt. Am Ende der Aktion gab es eine leckere Brotzeit für alle Helferinnen und Helfer, die nach der schweißtreibenden und anstrengenden Arbeit höchst willkommen war.


Die private Energiewende ist machbar!

„Wer seine Heizung optimiert hilft nicht nur dem Klima sondern auch seinem Geldbeutel!“ betonte Johann Manghofer. In der vollbesetzten Halle der Firma Manghofer in Ampfing erfuhren die vielen Besucher, an welchen Stellschrauben im Heizungskeller sich Energie sparen lässt. Der BUND Naturschutz hatte unter dem Motto „Schlau heizen mit Wärmepumpe & Co.“, zu der Veranstaltung eingeladen, denn für den Verband sind alternative Heizsysteme in Verbindung mit Wind- und Sonnenenergie ein entscheidender Schritt, um die umweltschädigende Verbrennung von Gas, Öl und Kohle zu beenden. Dass dabei die Wärmepumpe eine entscheidende Rolle spielen wird und zudem ein ausgereiftes System darstellt, machte Konrad Manghofer in seinem einführenden Vortrag deutlich. Selbst im Altbau kann sie in Kombination mit PV, Batteriespeicher und anderen Energieträgern sehr sinnvoll sein. „Wer seine Heizung austauscht und auf 65 Prozent Erneuerbare Energie umsteigt, wird auch vom Staat unterstützt und zwar bis maximal 70% der Kosten“ erklärte der Experte.

„Die vielen Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer verdeutlichten, dass viele Leute privat etwas für die Energiewende tun wollen“, so der Kreisvorsitzende des BUND Naturschutz, Dr. Andreas Zahn. Der Naturschutzverband hofft, dass auch eine neue Bundesregierung die Förderung klimafreundlicher Heizsysteme beibehält. „Eine gute Förderung ist für uns entscheidend dafür, dass die Energiewende sozial ausgewogen und zügig erfolgen kann“, so Andreas Zahn. Sein Appell an die Politik „Schon im Jahr 2000 war das Erneuerbare-Energien-Gesetz weltweit ein Vorbild. Das könnte die Energiewende in Deutschland auch heute wieder sein.“