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Ortsgruppen

Kinder+Jugend

Ortsgruppenvorstand

1. Vorsitzende: Doris Anzinger-Pohlus

stellvertretende Vorsitzende: Judith Harrison

Schriftführerin: Christine Herfort

Kassiererin: Bärbel Brandstetter

Archiv - Rückblick


Das Kraiburger Ramadama 2021

Die Ortsgruppe freut sich über tolle Resonanz!

Dieses Jahr war beim Kraiburger Ramadama einiges anders: man musste sich anmelden, der Zeitraum ist war auf ein ganzes Wochenende ausgedehnt und es gab keine gesellige Brotzeit am Bauhof. Trotz widrigster Umstände beteiligten sich viele Bürger an der Aktion und die geltenden Corona-Bestimmungen konnten eingehalten werden. Die Ortsgruppe freute sich auch sehr über die tolle Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kraiburg und die tatkräftige Unterstützung des Bauhofs.

Neu wird in diesem Jahr war auch der Kampf gegen die Zigarettenstummel, denn Kippen sind echte Umweltkiller! Der Glaube, so ein kleiner Zigarettenstummel „macht ja nichts aus“ und „der verrottet bestimmt ganz schnell“, ist leider weit verbreitet. Der Filter des Glimmstängels besteht aus Plastik und ist massiv mit Chemikalien durchsetzt. Durch Regen gelangen die in den Stummeln enthaltenen Giftstoffe ins Grundwasser. Somit stellen die Kippen auch für unsere Bäche, Seen, Flüsse und Böden eine große Gefahr dar. Sie schaden aber nicht nur den darin lebenden Organismen und gelangen in unsere Nahrungskette, auch Vögel nutzen die flauschigen Stummel als Nistmaterial und verfüttern sie sogar an Jungtiere, die dann an einer Vergiftung versterben.

Deshalb wurden beim diesjährigen Ramadama die Zigarettenstummel separat zum sonstigen Müll an unseren Straßen, Grünflächen und Bächen gesammelt. Das Foto zeigt allerdings nur einen kleinen Teil der am Sonntag Nachmittag gesammelten Kippen. Auch die „Müllskulptur“ ist nur ein Bruchteil des Mülls, der noch bis zum Ende dieser Woche von fleißigen Freiwilligen gesammelt wird.

Die Ortsgruppe Kraiburg-Taufkirchen freut sich über die große Beteiligung und dank allen Helfern für die tatkräftige Unterstützung!


1. Portrait markanter Bäume - die Robinie

Wir fangen mit dem Baum des Jahres 2020 an. Wer ist es und wo steht er?

Der Ortskern von Kraiburg blickt auf eine lange Geschichte zurück, was man an seinen Häusern, Gassen und Plätzen gut erkennen kann. Auch einige Bäume im Zentrum des Ortes haben schon mehrere Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte „auf dem Buckel“ und prägen das Ortsbild auf ihre Weise. Anlässlich des 150. Geburtstages der alten Eiche an der Guttenburgerstraße veranstaltete der Bund Naturschutz Kraiburg am 11.10.2020 einen Baumrundgang im Ortskern von Kraiburg.

Der Baum des Jahres 2020 - wer ist es und wo steht er?

Wir entdeckten ihn auf unserem Baumrundgang sowohl als großen, über 100 Jahre alten Baum im Apothekergarten im Schießstättenweg als auch in geschnittener Kugelform als Straßenbaum in der Max-Schwaiger-Straße: die Robinie (bot. Robinia pseudoacacia) aus der Familie der Schmetterlingsblütler.

Viele sagen zu ihr Akazie, aber eine echte Akazie ist sie nicht, was ihr auch den Namen Scheinakazie oder falsche Akazie verliehen hat. Die echten Akazien kommen nur in tropischen und subtropischen Breiten vor. Mit ihren zarten Fiederblättern und den duftenden, lang herunterhängenden Blütentrauben im Mai/Juni ist die Robinie ein sehr attraktiver Baum. Sie hat einige Eigenschaften, die überaus geschätzt werden: Sie bietet eine hervorragende Bienenweide, aus der der begehrte sog. Akazienhonig hervorgeht. Sie kann Trockenheit, Hitze und Salz gut ertragen, d.h. sie kommt mit dem für viele Bäume problematischen Stadtklima bestens zurecht. In München z.B. gibt es viele Straßenzüge, die während ihrer Blütezeit regelrecht duften. Mit ihrem ausgesprochen harten Holz ist sie eine gute Alternative zu den Tropenhölzern. Ihr Holz bleibt im Außenbereich auch ohne Imprägnierung sehr lange gut erhalten. Sie kommt ursprünglich aus Nordamerika und wird in Europa seit über 300 Jahren in Parks und Gärten gepflanzt.

Unumstritten ist sie jedoch nicht. Viele Naturschützer sehen in ihr auf mageren Wiesen und Weiden eine Gefahr, die bekämpft werden muss. Sie macht nämlich Wurzelbrut und ist sehr austriebsfreudig, so dass sie schnell neue Flächen besiedeln kann, leider auch magere Offenlandflächen wie Trockenrasen. Sie hat eine erstaunliche Eigenschaft: sie kann den Stickstoff aus der Luft fixieren und dem Boden, also ihrem eigenen Standort zuführen. Für andere Pflanzen, die auf nährstoffarme Standorte angewiesen sind, ist das ungünstig, sie  verschwinden dann zusehends. Die Robinie ist übrigens bis auf die Blüte stark giftig, Weidetierhalter mögen sie deswegen auch nicht besonders.

Ein Baum also, der polarisiert. Aber bei einem Spaziergang im alten Kraiburger Ortskern kann man sich jedenfalls einfach an ihrem schönen Anblick erfreuen.

 

Text: Christine Herfort


Von selten wahrgenommenen Baumstandorten und einer Jubiläumseiche

Die Kraiburger Naturschützer wollten ihre ursprünglichen Pläne, den 150. Jahrestag der großen Eiche an der Guttenburgerstraße mit einem großen Fest zu begehen, wegen Corona nicht verwirklichen. Die Eiche steht mitten im Ortskern schräg gegenüber des Getränkemarktes und fällt wegen ihres randlichen Standorts vielen Leuten gar nicht auf. Das Schild an ihrem Baumstamm erklärt, dass sie  im  „Jahre 1870 aus Anlass der Wiedereingliederung von Elsaß-Lothringen in das Deutsche Reich gepflanzt“ wurde.

Also ließen sich die Naturschützer etwas anderes einfallen: sie unternahmen einen Rundgang zu 8 markanten Bäumen im Ortskern von Kraiburg. Dabei erzählte die Ökologin Christine Herfort der, coronabedingt kleinen Gruppe an Teilnehmern, Interessantes und Wissenswertes zu Biologie, Mythologie, Heilkunde und Brauchtum der Bäume.

Um den Rundgang mit einer Würdigung der Jubiläumseiche abzuschließen, gab das Ensemble Vocabile Kraiburg eine musikalische Einlage mit Baum- und Naturliedern vor der schönen Kulisse des Bischof-Bernhard-Hauses zum Besten. Dazu konnten Zuhörer und Sänger mit einem Glas Sekt auf den Baum anstoßen.

Wir danken dem Ensemble für seine wunderbare Darbietung – auch kleine Konzerte sind leider etwas Seltenes in diesen Zeiten.

Text: Christine Herfort 
Fotos: Doris Anzinger-Pohlus
1) Das Geburtstagskind - die 150-jährige Eiche
2) Die Natur "passt sich an"
3) Eine wunderschöne Winterlinde


Gemeinsam mit Eltern und Kindern für die Wildbienen

Spielplatz an der Seltenhornstraße

Am 6. April 2019 kamen Kinder und Eltern bei bestem Wetter am Spielplatz zusammen, um Sträucher und Bäume zu pflanzen und einen Wildblumenstreifen anzusäen. Wie schon im Kraiburger Marktblatt berichtet, ist die Gemeinde Kraiburg dabei, den Spielplatz aufzuwerten. Die Familienbeauftragte Petra Jackl hatte gemeinsam mit Anwohnern ein Konzept entwickelt.

Da viele, für Menschen ungefährliche, Sand- und Seidenbienen auf der Wiese des Spielplatzes vorkommen, war es ein Anliegen der Anwohnerfamilien und der Ortsgruppe Kraiburg des Bund Naturschutz, diesen Bestand zu schützen. In Zusammenarbeit mit Michael Stadler, kommunale Fachkraft für Landschaftspflege beim Landratsamt Mühldorf, brachte sich die Ortsgruppe in die Planung und in die Ausführung für den Bienenschutz mit ein.

Und das war gut so: Als alle an dem Spielplatz ankamen, entdeckten die Kinder hunderte von Miniatur-Maulwurfshaufen auf dem Boden, allesamt bewohnt von den für die Bestäubung so nützlichen und völlig harmlosen Sand- und Seidenbienen. Damit sie in Zukunft durch den Spielplatzbetrieb nicht gestört werden, war im vergangenen Winter auf Anregung von Michael Stadler ein kleiner Lehmhügel als Ersatzstandort für die Bienen angelegt worden. Als Nahrungsquelle für die Wildbienen schlug er die Anlage eines Wildblumenstreifens vor.

Etwa 25 Erwachsene und ebenso viele Kinder waren fast den ganzen Vormittag damit beschäftigt, heimische Sträucher wie Haselnuss, Säulenfelsenbirne und Zierapfel in die Erde zu bringen.  Auch Kugelahorn, Flieder, schwarze Johannisbeere und Bodendecker wurden gepflanzt.

Zusammen mit Michael Stadler haben die Anwohnerkinder mit großer Begeisterung den Wildblumenstreifen eingesät.


Mitgliederversammlung 2015

Auf der gut besuchten Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe Kraiburg/ Taufkirchen wurde es deutlich: Die Programmangebote der Naturschützer finden regen Zuspruch, die Finanzen sind in Ordnung und die Kindergruppe hat reichlich Mitglieder.

1. Vorsitzende Doris Pohlus hob als besondere Höhepunkte die Biberwanderung im Frühjahr, die Aktion „Rama dama“ sowie die Beteiligung am Ferienprogramm der Gemeinde hervor. Kassiererin Bärbel Brandstetter informierte die Mitglieder, dass der Kassenstand mit gut 1400 Euro um knapp 200 Euro verbessert wurde.

Carla Ranner und Anette Friedemann berichteten, dass die Kindergruppe „Kraiburger Wühlmäuse“ zwar im ersten Halbjahr geruht hat, sich seit September aber mit neuem Elan und zahlreichen Kindern wieder einmal im Monat trifft. Vorgestellt wurde der Versammlung von Christine Herfort die neue Naturschutzwächterin Eva Guse aus Neumarkt St. Veit, die auch für Kraiburg verantwortlich ist.

Zweite Vorsitzende Judith Harrison nahm schließlich noch eine besondere Ehrung vor. Seit 15 Jahren organisiert der BUND Naturschutz die Aktion „Rama Dama“ und jedes Jahr waren Doris und Mike Pohlus sowie Klaus Herfort aktiv dabei. Dafür gab es einen großen Müllorden, einen Gutschein für die Salzoase sowie eine Flasche Wein, und auch 2. Bürgermeisterin Anette Lehmann dankte seitens der Gemeinde mit einer Flasche Wein.

Im zweiten Teil der Versammlung hielt Michael Stadler von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt zunächst einen sachlichen, informativen Vortrag zum Thema „Der Biber – eine problematische Erfolgsgeschichte“. Die Bestandszahlen dieses zweitgrößten Nagetieres der Erde haben sich nach der Wiederansiedelung von 120 Tieren in den Jahren 1966 bis 1982 gut entwickelt. Der reine Pflanzenfresser wird zwischen zwölf und 14 Jahre alt. Viele Probleme mit dem Biber würden laut Michael Stadler erst gar nicht entstehen, „wenn man den Tieren einen zehn bis 20 Meter breiten Landschaftsstreifen entlang seiner Ansiedlung zugestehen würde. Flora und Fauna profitieren jedenfalls deutlich und schnell von Biberaktivitäten.“

Zu lebhaften Diskussionen führte auch der Bildervortrag von Michael Stadler über die Landschaftspflege im Landkreis Mühldorf, vor allem über den geplanten kommunalen Landschaftspflegeverband, der von den Kommunen zu wenig Unterstützung erfährt.

Abschließend gab Doris Pohlus feststehende Termine für das kommende Jahr bekannt: Rama Dama am 12. März, Teilnahme am Ersten Kraiburger Umwelttag am 23. April sowie am 3. Oktober die Feier zum 25-jährigen Bestehen der Ortsgruppe des Bund Naturschutz. Text und Foto Georg Meling.


Wildblume des Jahres 2015

In einer gut besuchten Veranstaltung der Ortsgruppe Kraiburg/Taufkirchen des Bund Naturschutz in Gallenbach referierte Christine Herfort über verschiedene Pflanzen und Tiere des Jahres 2015 und legte dabei den Schwerpunkt auf den Habicht, den Vogel des Jahres, den Feldahorn als Baum des Jahres und den Gewöhnlichen Teufelsabbiss als Wildpflanze des Jahres.

Der Gewöhnliche Teufelsabbiss wächst auf Feuchtwiesen, Moor- und Heidegebieten und blüht von Juli bis in den Spätsommer mit zahlreichen lila Einzelblüten, die in einem halbkugeligen, köpfchenförmigen Blütenstand zusammenstehen. Die Blüte bietet vielen Insektenarten Nahrung wie zum Beispiel dem Goldenen Scheckenfalter, einer äußerst bedrohten Tagfalterart. Der Unterirdische Wurzelstock stirbt im Herbst ab und schaut wie abgebissen aus. Einer Sage nach soll der Teufel aus Zorn über die Heilkraft der Pflanze die Wurzeln abgebissen haben. Text Georg Meling


Neuwahl des Vorstands

Bei den turnusgemäßen Neuwahlen im Herbst 2014 wurde Roland Gaisbauer von Doris Anzinger-Pohlus abgelöst. Ihr zur Seite steht die Zweite Vorsitzende Judith Harrison. Bärbel Brandstetter als Kassiererin und Christine Herfort als Schriftführerin wurden wiedergewählt. Als Beisitzer hat die Versammlung Claudia Lichtenwimmer, Mike Pohlus und Barbara Stellner bestimmt.

Zum Jahresbeginn veranstaltete die Ortsgruppe einen Spaziergang zur Biberburg. Bei tollen Winterwetter machten sich 25 Erwachsene und 15 Kinder auf den Weg zu den ehemaligen Stangl Weihern. Christine Herfort erzählte anhand einer Biberhandpuppe von diesem Tier und seinen Gewohnheiten. Es gab angenagte Bäume, Biberrutschen und eine Biberburg zu bestaunen.


20 Jahre Ortsgruppe

Ein Jubiläum zum Feiern - 20 Jahre Ortsgruppe. Mehr


Historischer Überblick

Die Ortsgruppe gibt es seit 1991. Anlass der Gründung war das Volksbegehren „Für ein besseres Müllkonzept“. Das Thema Müll ist immer noch ein großes Anliegen der Ortsgruppe. Sie organisiert zusammen mit der Gemeinde Kraiburg im Frühjahr das alljährliche Ramadama in Kraiburg und Frauendorf.

 Die Kinder- und Jugendarbeit wird bei der Ortsgruppe ganz groß geschrieben. Bereits 1997 wurde die erste Kindergruppe für Kinder im Grundschulalter gegründet, es folgten eine zweite und die erste Müpfegruppe im Landkreis Mühldorf, die von 11- bis 15-Jährigen besucht wird. Die Kinder und Jugendlichen treffen sich 1x im Monat. Für die Jüngeren stehen Naturerfahrungsspiele und Entdeckungstouren in der Natur auf dem Programm, während die Großen am liebsten Projekte machen und auch gelegentlich zur Demo nach München fahren. Bei den jüngeren Kindern ist die Nachfrage nach einem Gruppenplatz groß. So ist die Ortsgruppe immer wieder auf der Suche nach Erwachsenen, die eine neue Gruppe übernehmen würden.

 Im Kraiburger Sommerferien-Programm ist die Ortsgruppe jedes Jahr mit einer Veranstaltung dabei, z.B. mit einem Zeltlager, mit dem Bau von Insektenhotels oder mit einem Abenteuernachmittag im Wald.

 In Taufkirchen werden jedes Jahr zwei Amphibienschutzzäune aufgestellt. Mitglieder der Ortsgruppe sammeln seit vielen Jahren die Kröten und Frösche ein und geleiten sie sicher über die Straße.

 Ein weiteres Anliegen der Ortsgruppe ist der Erhalt und die Pflege der letzten Halbtrockenrasen am Kraiburger Schlossberg. Bis vor einigen Jahren beteiligten sich Mitglieder der Ortsgruppe an aufwändigen Mäh- und Entbuschungsaktionen. Inzwischen weidet eine Schafherde auf dem Schlossberg und hält so Strauch und Gras kurz. Die Jugendlichen der Müpfegruppe helfen immer wieder bei den nötigen Pflegearbeiten mit.

 Die Ortsgruppe möchte den Bürgern von Kraiburg und Taufkirchen ein Ansprechpartner in Fragen Umweltschutz sein und bietet Informationsveranstaltungen zu Umweltthemen und naturkundliche Exkursionen an. Die aktiven Mitglieder treffen sich zu gemeinsamen Stammtischen, dessen Termine wie alle anderen Veranstaltungstermine über die örtliche Presse bekanntgegeben werden. Interessenten und weitere Aktive sind herzlich willkommen.