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Reptilienkartierung

Im Jahre 2003 ließ die Kreisgruppe eine Untersuchung der im Landkreis vorhanden Reptilien vornehmen. Die pdf Datei kann hier heruntergeladen werden.

Reptilien

im Landkreis Mühldorf

Im Rahmen eines Glückspiraleprojektes untersuchte und analysierte der Bund Naturschutz 2003 die Vorkommen von der im Landkreis heimischen Reptilienarten Schlingnatter, Zauneidechse, Waldeidechse und Blindschleiche. Bei allen Arten unterschied sich die Be­standssituation in den einzelnen Naturräumen des Landkreises erheblich. Insgesamt schnitt das Untere Inntal vergleichs­weise gut ab. Abgesehen von der Waldeidechse wurden alle Arten hier relativ häufig angetroffen (Zaun­eidechse, Blindschleiche, Ringelnatter) oder haben hier sogar einen Verbreitungsschwerpunkt ( Schlingnatter). Im Vergleich zur aktuellen Einstufung in der Roten Liste bedrohter Tierarten Bayerns muss im Landkreis Mühldorf bei Schlingnatter, Waldeidechse, und Zaun­eidechse von einem höheren Gefährdungsgrad ausgegangen werden.

Ringelnatter

Die Ringelnatter (Natrix natrix) kommt vereinzelt im ganzen Landkreis vor. Die größten Bestände dieser ungiftigen Schlange - sie ernährt sich übrigens vorwiegend von Fröschen - gibt es vermutlich im Inntal. Ihre Eier legt die Ringelnatter gerne in Komposthaufen. Sie besucht oft Gartenteiche, wandert aber meist nach einiger Zeit wieder ab.

Glatt- oder Schlingnatter

Selten ist die ebenfalls ungiftige Glattnatter (Coronella austriaca). Die Eidechsenjägerin wird im Landkreis an an sonnigen Hängen und Bahndämmen bei Gars, Jettenbach, Kraiburg, Waldkraiburg und Mühldorf beobachtet. Aufgrund ihrer Fleckenzeichnung auf dem Rücken wird die Glattnatter oft mit der Kreuzotter (Vipera berus) verwechselt und erschlagen. Bei allen Kreuzotterbeobachtungen die im Landkreis in jüngerer Zeit gemacht wurden, dürfte es sich um Glattnattern handeln.

Blindschleiche

Weit verbreitet ist die Blindschleiche (Anguis fragilis). Sie ist keine Schlange sondern eine fußlose Echse, die sich besonders von Nacktschecken und Würmern ernährt. Blindschleichen leben besonders gerne in Komposthaufen. Sie bringen lebende Junge zur Welt.

Zauneidechse

Zauneidechsen (Lacerta agilis) sind an sonnigen Hängen und Waldrändern noch regelmäßig anzutreffen, doch sind individuenreiche Vorkommen selten geworden. In Ortsnähe wird diese Eidechse meist schnell ein Opfer der Katzen. Ausreichend große Bestände dürften in einigen Kiesgruben existieren.

Waldeidechse

Die Waldeidechse (Zootoca vivipara) kommt nur an wenigen Stellen im Landkreis Mühldorf vor. Nachweise gibt es aus Mooren bei Haag und Maitenbeth, dem Isental sowie aus einem Waldgebiet bei Stampfel. Diese Art besiedelt Feuchtgebiete und ist durch die Intensivierung aber auch durch die völlige Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung ihrer Lebensräume bedroht.

Helfen Sie uns!

Helfen Sie Amphibien und Reptilien - Wir geben Ihnen Ratschläge, was Sie in Ihrem Garten für diese Tiere tun können. Melden Sie uns bitte auch große Vorkommen von Lurchen und Reptilien sowie Funde seltener Arten wie Laubfrosch, Wechselkröte, Feuersalamander, Glattnatter und Waldeidechse.

Literatur und Kontaktadresse:

Literatur

zu Amphibien und Reptilien im Landkreis Mühldorf

  • Heilingbrunner, F. (1967): Amphibien und Reptilien am Unterlauf des Inn. - Ber. Naturf. Ges. Bamberg 42, 38-47.
  • Zahn, A. (1991): Stand der Amphibienkartierung im Landkreis Mühldorf, Schriftenreihe Bayer. Landesamt für Umweltschutz, 113: 107-112
  • Zahn, A. (1996): Habitat Isolation and Habitat Quality - Consequences for Populations of the Rana esculenta - lessonae complex, Spixiana 19: 327-340
  • Zahn, A. (1996): Beobachtungen zur Migration von Grünfröschen (Rana esculenta - lessonae - Komplex), Mitt. LARS Bayern 15: 45-48
  • Zahn, A. (1996): Verbreitung und Reproduktionszentren einer isolierten Population der Wechselkröte (Bufo viridis) im Unteren Inntal, Mitt. LARS Bayern 15: 37-44
  • Zahn, A. (1997): Untersuchungen zum Rana (kl) esculenta - lessonae - Komplex in Oberbayern, Salamandra 33 (1): 79-88
  • Zahn, A. (1997): Hinweise zur Prädation von Froschlurchlarven durch Molche, Salamandra 33 (1): 89-91

Kontaktadresse

Dr. Andreas Zahn,
Hermann - Löns - Str. 4,
84478 Waldkraiburg

Tel. + Fax: 08638 - 86117, E-Mail: andreas.zahn(at)iiv.de