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Mildes Wetter – Im Landkreis Mühldorf gehen die Amphibien auf Wanderschaft

Aufgrund des milden und feuchten Wetters gehen vielerorts die ersten Amphibien auf Wanderschaft.

25.02.2026

Auf dem Weg zu ihren Laichgewässern müssen sie oftmals Straßen überqueren. Viele Ehrenamtliche der BN-Kreisgruppe Mühldorf am Inn haben deshalb bereits über 2.500 m Zäune aufgestellt. Die größte Mitmachaktion des BUND Naturschutz rettet jährlich bis zu einer halben Million Amphibien in Bayern das Leben. 

Vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung sowie in den Nachtstunden sind die Amphibien unterwegs und laufen Gefahr, massenhaft überfahren zu werden. In diesen Wochen sind wieder Ehrenamtliche der BN-Kreisgruppe Mühldorf am Inn an Straßenrändern unterwegs, bauen Amphibienzäune auf und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite. Bis Mitte April muss man mit wandernden Amphibien rechnen. „Unsere Helfer*innen sind in aller Früh oder am späten Abend unterwegs und leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser Arten in Bayern“, so Eva Grabbe-Tkocz von der BN-Kreisgruppe Mühldorf am Inn.

Deshalb ist jede Hilfe wichtig: Wer die Kreis- und Ortsgruppen des BN unterstützen will, wendet sich bitte an die Kreisgeschäftsstelle unter 08638-3701 oder per Mail an muehldorf@bund-naturschutz.de

Um die Amphibien vor dem Straßentod zu schützen, helfen in ganz Bayern insgesamt etwa 6.000 Freiwillige und retten jährlich bis zu 500.000 Amphibien. Dort, wo sichere Durchgänge fehlen, werden Schutzzäune an Straßen aufgebaut. Kröten, Frösche und Molche wandern am Zaun entlang und fallen dann in die Fangeimer, die in regelmäßigen Abständen ebenerdig im Boden versenkt sind. Die Amphibienretter leeren oft mehrmals täglich die Eimer, notieren die gefundenen Tiere, und tragen die Lurche anschließend über die Straße. Dadurch können die Daten gut mit denen der Vorjahre verglichen werden.

„In den letzten Jahren kommen von unseren Aktiven aus ganz Bayern alarmierende Signale. An den meisten Übergängen werden selbst Allerweltarten wie Erdkröte und Grasfrosch weniger. Da sich die Lage dynamisch entwickelt, können an manchen Stellen aber auch vermehrt Tiere festgestellt werden, andernorts verlagern sich die Lebensräume und dadurch Wanderwege, was eine spontane Anpassung der Aufstellsituation benötigt“, erklärt Grabbe-Tkocz. „Alles in allem kann man aber sagen, dass die Situation aufgrund des Rückgangs von Laichgewässern und ungestörten Wanderwegen angespannt ist. Der Schutz der Amphibien erfordert einen umfassenderen Blick auf den Schutz umliegender Feuchtgebiete, Gefahrstellen wie Licht- und Abwasserschächte, die Ausweitung von Ackerflächen und den Rückgang naturnaher Gärten. Die Arbeit hört also nicht auf, sobald die Wanderung vorbei ist. 

Der BN bittet alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme. „Jeder sollte sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und sein Fahrtempo freiwillig auf Straßen reduzieren, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen. Nicht nur wegen der Lurche, sondern auch für die Helfer*innen, die am Straßenrand Tiere einsammeln oder Zaunmaterial in Stand halten“, so die Amphibienkoordinatorin der Kreisgruppe.