Kessel 9
Kessel 9 mit Findling aus strukturiertem Augengneis
Vom Fuße des nördlichen Kesselrandes aus können Sie einen Schwingrasen sehen. Es handelt sich hierbei um eine schwimmende Torfmoosdecke, die eine Begehbarkeit vortäuscht. Typisch ist der Wechsel von Bulten und Schlenken: Bulte sind kleine Erhebungen, die von Seggen gebildet werden. Schlenken sind mit stehendem Wasser gefüllte „Löcher“.
In diesem Toteiskessel ist ein Übergangsmoor entstanden (Übergang von einem Niedermoor zu einem Hochmoor). Die Moorvegetation sehen Sie im östlichen Bereich des Kessels, wo das Moor-Wollgras wie auch die Bulte der Schnabel-Segge von einer dichten und mächtigen Torfmoosschicht umgeben sind. Auf höheren und trockeneren Bulten ist das Heidekraut zu finden. Die vorkommenden Torfmoose sind Sphagnum flexuosum und Sphagnum cuspidatum, wobei Letzteres auch in der Roten Liste der bedrohten Arten steht.
Nasser und sehr saurer Boden ist kein Problem für die Moorbirke. Nachdem der Waldbau im zentralen Bereich des Kessels 1990 nachdem Orkan Wiebke gewütet hatte, aufgegeben wurde haben Moorbirke und Faulbaum die Fläche erobert.
Die Moorbirke unterscheidet sich deutlich von der Hängebirke: Die Äste der Moorbirke sind aufrecht und ihre Blätter und Triebe sind flaumig behaart.
Apropos Birke: Schuhe und Behältnisse wurden in der Steinzeit aus ihrem Rindenbast gemacht. Auch das Pech als Isoliermaterial und Klebstoff hoch geschätzt. Auch der „Ötzi“ befestigte seine Pfleilspitzen mit Birkenpech.
Zur Rettung des Wollgrasbestandes wurden erste Maßnahmen 2011 durchgeführt.




