Ausflug in die Ampfinger Toskana: im Weideparadies der Ziegen
Sie genießen ihr freies Leben auf der Weide des BUND Naturschutz in vollen Zügen, aber Besuch und viele Streicheleinheiten sind den Ampfinger Ziegen immer höchst willkommen. Das erlebte die große Gruppe, die trotz hoher Temperaturen den fleißigen vierbeinigen Landschaftspflegern einen Besuch abstattete. Der BUND Naturschutz hatte zum Abendspaziergang in seine Kiesgrube eingeladen und Ziegenkontakt versprochen. Thüringer-Wald-Ziegen, Tauernschecken – darunter die beiden jüngsten Asterix und Obelix – und die Toggenburger-Ziegen-Dame ließen sich ausgiebig streicheln – und führten die „Reisegruppe“ durch ihr Paradies.
Auf schmalen Pfaden wanderte der Besuch durch die Weide des BUND Naturschutz. Dort erhalten die Ziegen zusammen mit Galloway- Rindern einen artenreichen Lebensraum für viele selten Arten. Die Teilnehmenden erfuhren vom BN-Kreisvorsitzenden Andreas Zahn, wie wichtig dabei gerade die Ziegen sind: „Sie klettern auf Hänge, die von den Rindern nicht betreten werden und schaffen – mit dem Po – Nistplätze für Wildbienen. Rund die Hälfe ihrer Nahrung besteht aus Zweigen und Blättern von Gehölzen. Ohne ihren „Bock auf Sträucher“ würde die ehemalige Kiesgrube völlig zuwachsen, zum Nachteil von Unke, Eidechse & Co., die sich sonnige Lebensräume wünschen.“
Weil Sträucher und Kräuter ständig beknabbert werden, entstehen sehr dichte niedrige Gebüsche. Ein ideales Versteck für viele Tiere. In der ehemaligen Kiesgrube des BUND Naturschutz entwickelt sich so eine Weidelandschaft, wie sie früher typisch für Bayern war. Jedes Dorf hatte seine Almendweide, wo Tiere aller Arten gemeinschaftlich gehütet wurden. Heute ersetzt der Elektrozaun den Hirten, doch Artenreichtum und Erlebniswert der Landschaft in der Abbaustelle erinnert so manche Besucher an die von Schafen und Ziegen geprägten Landschaften am Mittelmeer, an denen man sich im Urlaub erfreut.
So schön die bayrische Toskana in Ampfing ist, macht sich die Dürre leider auch dort bemerkbar. Erste Bäume, vor allem Birken, sterben ab. „Die Wasserversorgung für die Ziegen und Rinder ist gesichert. Aber die Tümpel für die Amphibien zu erhalten kostet viel Aufwand“, so Andreas Zahn. „Bayern trocknet aus, der Wald leidet und Äcker verdorren. Wir hoffen, dass jetzt auch die Politik aufwacht und Klimaschutz wieder in den Vordergrund stellt. Wenn wir jetzt handeln, können hoffentlich auch noch unsere Enkel Ziegen, Frösche und Bienen auf den wilden Weiden des BUND Naturschutz erleben.“





